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Ulrike Bahr
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Frage von Sabine W. •

Wie positionieren Sie sich zum Thema "Feuerwerk in privater Hand"

Sehr geehrte Frau B.,

nach den erneuten Silvester- Eskalationen mit Angriffen auf Polizei, Rettungskräfte und Zivilpersonenen, nach unzähligen Sachschäden, enormer Lärmbelästigung bereits Tage vor Silvester, nach vielen Verletzten bis hin zu Todesfällen, nach Tonnen von Feinstaub und Müllbergen, nach extremen Auswirkungen auf Haus-Nutz-und Wildtiere, können Sie es noch Verantworten, Pyrotechnik in privater Hand zu erlauben?

Nach Umfragen aus dem letzten Jahr waren bereits 60 Prozent der Bevölkerung für ein Verbot von privatem Feuerwerk.

Warum fehlt es an politischem Willen, die eigenen Staatsdiener und die eigene Bevölkerung vor dieser ausgearteten Tradition schützen?

Wie positionieren Sie sich zu diesem Thema?

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Weiske

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Antwort von
SPD

Sehr geehrte Frau W., 

vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Ereignisse in den vergangenen Silvesternächten sind erschreckend. Die Übergriffe auf Hilfskräfte und Zivilpersonen sowie die bewusste Zerstörungswut Einzelner verurteile ich aufs Schärfste. Dieses Verhalten kann und darf nicht entschuldigt werden. Hier muss konsequent bestraft werden, ebenso bei der Verwendung von in Deutschland verbotener Pyrotechnik. Die hier bereits geltenden Gesetze müssen durchgesetzt werden. 

Aber auch das bisher erlaubte private Feuerwerk hat Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und Menschen. Als Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend möchte ich anmerken, dass die Knallgeräusche des Feuerwerks vor Altenheimen für mit Demenz erkrankte Personen auch retraumatisierend wirken kann, da diese sich wieder in die Zeiten des Zweiten Weltkriegs zurückversetzt fühlen können. 

Ein Verbot des privaten Feuerwerks ist allerdings ein Eingriff in die persönliche Freiheit aller, die gerne und verantwortungsbewusst Feuerwerk im erlaubten Rahmen zünden. Hier müssen verschiedene Rechte und Wünsche in der Bevölkerung sorgsam gegeneinander abgewogen werden. 

Ich persönlich bin allerdings der Meinung, dass die Vorfälle in der Vergangenheit ein solches Verbot rechtfertigen. Allerdings sollten zentrale Feuerwerke der Städte und Gemeinden die Tradition aufrecht erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Bahr, MdB