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Frage von Lothar W. •

Frage an Jörg Kloppenburg von Lothar W. bezüglich Verkehr

Sehr geehrter Kandidatinnen und und Kandidaten im Oberbergischen Kreis, als verkehrspolitisch aktiver Eisenbahner, der sich auch um den Oberbergischen Kreis kümmert, habe ich folgende Fragen:
Setzen Sie sich für die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Köln-Gummersbach ein?
Setzen Sie sich für die Wiederherstellung der Zweigleisigkeit von Osberghausen bis Gummersbach ein und evt abschnittsweise bis Marienheide, damit Verspätungen eines Zuges nicht mehr auf den Gegenzug übertragen werden?
Würden Sie es untersuchen lassen, ob bei einer elektrifizierten Bahnstrecke Gummersbach-Köln es sinnvoll wäre die Züge von Lüdenscheid nach Waldbröl zu verlängern? Damit würde man die Kosten einer Wendeanlage in Gummersbach einsparen und den Zugbetrieb Gummersbach-Lüdenscheid wirtschaftlicher machen und den Anschluss nach Hagen sicherer machen.
Wie stehen Sie zum Spiekermann-Gutachten zur Wiehltalbahn?
Wurde darin berücksichtigt, dass die Wiehltalbahn kurz zurvor für eine Achslast von 20 t abgenommen wurde?
Wurden alle Kosten, die im Busverkehr eingespart werden können erfasst, darunter der geforderte Schnellbus Wiehl-Gummersbach?
Warum wurde in der Studie nicht danach gefragt, ob eine Form der Reaktivierung möglich ist, die den Kosten-Nutzen-Faktor erfüllt?
Werden Sie davor sorgen, dass der Kreis für die Versäumnisse seiner Bauaufsicht nachkommt und die zu nah am Gleis genehmigte Denklinger Industriehalle umbauen lässt?
Würden Sie prüfen lassen ob auf der Wiehltalbahn ein niederschwelliger ÖPNV für den Schülerverehr und das Wochenende bestellt werden könnte, anaolg zur Strecke des Ulmer Spatz?
Hochachtungsvoll, L. W.

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Antwort von
FDP

Sehr geehrter Herr W.,

vielen Dank für Ihre Fragen!
Die Fragen rund um die die Wiehltalbahn und das hier zugrundeliegende „Spiekermann-Gutachten“ sind keine Fragen, die im Zusammenhang mit der Bundestagswahl zu beantworten sind. Sie entziehen sich einer bundespolitischen Beantwortung oder gar Bewertung. Hier sind der Oberbergischen Kreis und die betroffenen Städte und Kommunen gefordert. Nach meiner Kenntnis ist noch bzw. wieder Bewegung in der Diskussion. Soweit Sie die Elektrifizierung einzelner Streckenabschnitte und die Wiederherstellung einer Zweigleisigkeit ansprechen, kann ich Ihnen ehrlicherweise nur allgemein antworten, da hier u.a. auch vorab Fragen der technischen Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit zu klären sind. Grundsätzlich trete ich und treten wir Freie Demokraten dafür ein, dass Mobiltät unkompliziert und frei wählbar ist bzw. wird: Wir brauchen gerade auch im ländlichen Raum eine moderne Mobilität. Dies setzt auch eine moderne Infrastruktur voraus. Bei der Wahl des Verkehrsmittels sollte der Einzelne frei entscheiden können, für welches Verkehrsmittel er sich entscheidet. Es muss angestrebt werden, dass die entfernte Metropole möglichst schnell, gut und einfach erreicht werden kann. Auch innerhalb des ländlichen Raums gilt dieses Ziel. Der Bund muss hierzu deutlich mehr Mittel zur Verfügung bereitstellen. Das wollen wir als Freie Demokraten insbesondere auch für den schienengebundenen ÖPNV erreichen. Wir brauchen auch in diesem Bereich eine Investitionsoffensive für die Sanierung und den Ausbau der Strecken und Gleisanlagen sowie für die Schaffung neuer Verbindungen und gegebenenfalls Reaktivierung bestehender Verbindungen. Es muss neu gedacht werden – Denkverbote darf es nicht geben. Die Chancen der Digitalisierung sind auch bei der Mobilität konsequent zu nutzen – wir brauchen eine Digitalisierungsoffensive im Verkehrswesen. Auch auf der Schiene bieten sich hier große Chancen durch intelligente Systeme mit vollautomatisiertem und autonomem Fahren. In diesem Sinne darf es auch für die von Ihnen konkret angesprochenen Projekte keine Denkverbote geben. Der ländliche Raum muss attraktiv werden.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Kloppenburg