Frage von Christoph S. •

Ist das gerecht? In Lichtenrade Bahn oberirdisch, in Rosenheim kann es gar nicht genug Tunnel geben. Fehlt das Geld dann für U-Bahn in Berlin?

Sehr geehrter Herr Luczak

Vor ein paar Jahren konnte die Dresdner Bahn durch Lichtenrade nicht als Tunnel durchgesetzt werden. Warum dann nicht auch in Rosenheim der Brennernordzulauf als Westumgebung in Dammlage?

Damals in Berlin-Lichtenrade wurde eine wesentliche Kostenbeteiligung des Landes Berlin am Tunnel gefordert, den Berlin nicht bezahlen konnte (oder wollte). Warum bezahlt nach derzeitiger Planung der Bund die Tunnel alle allein ohne Beteiligung des Freistaates Bayern oder der Gemeinden?

Wenn So viel Geld für Tunnel in Rosenheim da ist, müsste es dann nicht auch locker für alle U-Bahn-Projekte in Berlin reichen? Oder sind Steuersenkungen und der Nachholbedarf Infrastruktur, Bundeswehr und die Ukraine-Hilfen so teuer, dass Bahnanwohner zurückstecken müssen und viel häufiger die preisgünstige, wenig rücksichtsvolle Variante gewählt werden muss? Oder wollen wir die Konjunktur mittels Einsparungen im Bahn-Güterverkehr abwürgen, weil Transporte dann nicht mehr möglich sind?

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Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr S.,

vielen Dank für Ihre Nachricht zur Dresdner Bahn.

Ich kann Ihren Unmut über die Dresdner Bahn als Lichtenradener sehr gut nachvollziehen. Eine undurchsichtige Lärmschutzwand durchtrennt Lichtenrade und Marienfelde, historische Bauten wie am Bahnhof in Lichtenrade wurden abgerissen. Die Lebensqualität in Lichtenrade und Marienfelde hat dadurch gelitten.

Weil genau dies absehbar war, habe ich mich gemeinsam mit der Bürgerinitiative Dresdner Bahn jahrelang für eine Tunnellösung gewünscht stark gemacht. Nachdem sowohl Bahn als auch Bund signalisiert hatten, dass sie sich eine Tunnellösung vorstellen können, fehlt es leider an der Unterstützung des Landes Berlin unter dem seinerzeitigen Senat aus SPD, Grünen und Linkspartei. Dort war man nicht bereit, sich an den Baukosten zu beteiligen. Daran ist die Tunnellösung letztlich gescheitert. Ich halte dies für einen schweren Fehler. Es handelt sich ein Bauwerk für die nächsten 100 Jahre. Die zu erwartenden Mehrkosten von etwa 300 Millionen € wären bezogen auf einen solch langen Zeitraum tragbar gewesen. Eine dauerhafte nachteilige Veränderung des Stadtbildes insbesondere in Lichtenrade und der Lebensader Lichtenrades, der Bahnhofstraße, wäre vermieden worden. 

Jetzt müssen wir mit der Situation umgehen. Ich setze mich deswegen etwa dafür ein, dass die Schallschutzwand über die Bahnhofstraße transparent gestaltet und die Lärmschutzwände bepflanzt werden: https://www.luczak-berlin.de/aktuelles/schallschutzwaende-bei-der-dresdner-bahn-in-lichtenrade-und-ndash-lucz/

Die Details zur Strecke in Rosenheim kenne ich leider nicht, kann dazu also leider keinen Vergleich anstellen.

Abschließend möchte ich noch auf die von Ihnen erwähnte Berliner U-Bahn zu sprechen kommen. Eines ist klar: Die CDU will die U-Bahn in Berlin ausbauen, insbesondere auch die U6 nach Lichtenrade. Wir setzen uns aktiv für einen starken öffentlichen Nahverkehr ein, weil dieser entscheidend für die Zukunft unserer Stadt ist.

Mit freundlichen Grüßen
Jan-Marco Luczak

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