Frage von Henrike A. •

Wie relevant ist für Sie die Klimakatastrophe? Welche Gegenmaßnahmen befürworten Sie?

Ich konnte auf Ihrer Website nichts zu diesem Thema finden und aus Ihrem Abstimmungsverhalten keine Position ableiten, weswegen ich mich frage, als wie relevant Sie das Thema generell einstufen und welche Maßnahmen/Kernforderungen Sie hier unterstützen würden.

Portraitfoto von Clara Bünger
Antwort von
Die Linke

Sehr geehrte Frau A.

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich messe der Klimakatastrophe eine hohe Relevanz bei und betrachte die Klimakrise als eine der drängendsten globalen Herausforderungen. Meine Partei Die Linke befürwortet weitreichende Maßnahmen, um den Klimawandel zu stoppen und die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Wir sehen den Klimaschutz als eine soziale und ökologische Notwendigkeit, die sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene angegangen werden muss.

Konkret schlagen wir folgende Gegenmaßnahmen vor:

  • Einen umfassenden Umbau der Industrie und der Wirtschaft, um fossile Brennstoffe schnell zu ersetzen und auf erneuerbare Energien umzustellen. Dazu gehört auch die Förderung von Energiespartechnologien und eine verstärkte Nutzung von Solar-, Wind- und Wasserenergie. Mit Energieversorgung aus öffentlicher Hand werden bezahlbare und sozial gestaffelte Preise möglich. Zum Beispiel setzen wir auf Strom und Wärme aus dem Stadtwerk, den kommunalen genossenschaftlichen Solar- oder Windkraftanlagen und von den Dächern und Wärmepumpen der Bürger*innen.
  • Ein schneller Kohleausstieg bis spätestens 2030: Dieser Strukturwandel soll in den betroffenen Regionen sozial gerecht gestaltet werden, etwa durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Unterstützung von Beschäftigten.
  • Einen Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und Förderung umweltfreundlicher Mobilität. Dazu gehört auch die Unterstützung von Fahrradinfrastruktur und die Förderung von Elektromobilität.
  • Auf globaler Ebene fordert Die Linke eine solidarische Klimapolitik, die besonders arme und vom Klimawandel betroffene Länder unterstützt. Dies umfasst auch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln für Klimaanpassung und -schutz im Globalen Süden.
  • Alle politischen Maßnahmen sollen unter dem Gesichtspunkt der Klimafolgenabschätzung überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie den Klimaschutzzielen entsprechen. Die Ampel hat den Klimaschutz in Deutschland massiv geschwächt, indem die Sektorziele im Klimaschutzgesetz abgeschafft wurden.

Ich sehe den Klimaschutz als eine soziale Frage, die eng mit der sozialen Gerechtigkeit verknüpft ist. Zum Beispiel muss der CO2-Preis einen sozialen Ausgleich im Klimageld finden. Denn ohne soziale Gerechtigkeit hat die Mehrheit gar keine Möglichkeit, Klimaschutz im Alltag umzusetzen. Und ohne Klimaschutz wird es keine soziale Gerechtigkeit mehr geben, denn der Klimawandel trifft die am stärksten, die finanziell schlechter gestellt sind. Daher wird auch die soziale Absicherung von Menschen, die durch den Umbau der Wirtschaft und die Klimamaßnahmen betroffen sind, als wichtig erachtet. Und die Superreichen und Energiekonzerne, die eben mit dieser Zerstörung Profite machen, müssen dafür in die Pflicht genommen werden.

 

 

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