Warum erweckt Herr Merz in der Öffentlichkeit den Eindruck, wir könnten auf Windkrafträder verzichten und Atomkraftwerke seien die Lösung?
Ich werde Sie vielleicht mit meiner Erststiimme wählen, obwohl ich Sie nicht kenne, weil Sie die Kandidatin in meinem Wahlkreis sind, die auf mich mit Ihrer Art zu reden und mit ihrem beruflichen Lebenslauf am ehesten einen vernünftigen und kompetenten Eindruck macht,
Die Zweitstimme werde ich den GRÜNEN geben, da ich Herrn Habeck sehr hoch anrechne, wie er in der Öffentlichkeit sichtlich bemüht ist, versöhnlich auch mit anderen Parteien umzugehen. Vor allem aber bin ich den GRÜNEN dankbar, dass sie die Energiewende so gut hingekriegt haben, nachdem Putin uns den Gashahn zugedreht hat. Die Prognosen waren damals deutlich schlechter. Mit der CDU hätte Deutschland sich vielleicht viel zu sehr auf den verlockenden Strohhalm der Atomkraftwerke konzentriert, weil Winkrafträder ja hässlich sind, wie Merz immer wieder betonen muss. Wie kann man nur so verantwortungslos Stimmung machen gegen erneuerbare Energien?
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Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre zweite Frage und Ihr Feedback zu meiner Person, das mich sehr freut.
Zwar hat Friedrich Merz auf Nachfrage geäußert, er fände Windräder unter ästhetischen Gesichtspunkten nicht schön (was eine Meinung ist, die man teilen kann oder nicht), allerdings macht er immer auch deutlich, dass der rasche Ausbau der Erneuerbaren Energien, u.a. Windkraft, für die deutsche Energiewende essenziell und notwendig ist. Im Falle einer unionsgeführten Bundesregierung möchten wir diesen, ebenso wie den Ausbau von Netzen und Speichern, vorantreiben, um Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Energie zu gewährleisten. Dabei kann auch (emissionsfreie) Kernenergie ein Teil der Lösung sein, wenn sie sicher ist - dieser Punkt ist mir dabei sehr wichtig. Derzeit wird bspw. an sog. Fusionskraftwerken geforscht, die als deutlich sicherer gelten und viele Vorteile bieten.
Erlauben Sie mir noch eine Bemerkung zu Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bzw. den Grünen, die Sie für ihren Umgang mit der Energiekrise infolge des russischen Angriffskrieges loben: Aus meiner Sicht ist der Fall viel komplexer: Mitten in einer beispiellosen Energiekrise die verbleibenden Kernkraftwerke (aus ideologischen bzw. parteipolitischen Gründen) abzuschalten, die durch einen temporären Weiterbetrieb zur Abfederung der Krise und einem geringeren (Energie-)Kostenanstieg hätten beitragen können, halte ich persönlich für fahrlässig und riskant. Hier hätte ich mir mehr Verantwortungsbewusstsein vonseiten des Ministers und seiner Partei, die starken Druck auf seine Entscheidung ausgeübt hat, erwartet. So hat Habecks Entscheidung nicht dazu beigetragen, der enormen Preissteigerung bei der Energie entgegenzutreten, unter der bis heute viele Menschen leiden und die enorm die Inflation in Deutschland befeuert hat. Hier hat der Bundeswirtschaftsminister bislang keine konkreten Gegenmaßnahmen erreicht, sondern lediglich über Jahre Maßnahmen angekündigt.
Freundliche Grüße
Catarina dos Santos-Wintz MdB