Wie beurteilen Sie den derzeitigen Stand der Energiewende? Sehen Sie Fortschritte, oder gibt es Ihrer Meinung nach noch erhebliche Defizite? Sind wir Ihrer Ansicht nach bereits auf dem richtigen Weg?
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Der derzeitige Stand der Energiewende ist unzureichend. Zwar gibt es Fortschritte, insbesondere beim Ausbau erneuerbarer Energien, doch diese reichen bei weitem nicht aus, um eine sozial gerechte und klimagerechte Transformation zu gewährleisten. Die Bundesregierung setzt weiterhin auf Marktmechanismen statt auf eine konsequente öffentliche Steuerung. Die Energiepreise bleiben hoch, während viele Menschen die steigenden Kosten kaum noch bewältigen können. Zudem verhindern bürokratische Hürden und fehlende Investitionen einen schnelleren Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie der notwendigen Netzinfrastruktur.
Wir sind der Meinung, dass Deutschland noch erhebliche Defizite hat und sich nicht auf dem richtigen Weg befindet. Die Energiewende darf nicht nur eine technologische, sondern muss auch eine soziale sein. Das bedeutet: Energie als öffentliches Gut, keine Strom- und Gassperren, ein preisgünstiger Sockeltarif für Haushalte und eine konsequente Rekommunalisierung der Energieversorgung. Der Staat muss massiv in Wind- und Solarenergie investieren, anstatt sich auf privatwirtschaftliche Akteure zu verlassen, die vor allem Profitinteressen verfolgen.
Ein zentraler Punkt der Transformation muss sein, dass Jobs erhalten und abgesichert werden. Menschen, die in der fossilen Industrie oder in energieintensiven Branchen arbeiten, dürfen nicht die Verlierer der Energiewende sein. Wir fordern deshalb ein Recht auf Weiterbildung und Umschulung, damit Beschäftigte die Möglichkeit haben, sich in neue, nachhaltige Arbeitsbereiche zu entwickeln. Zudem brauchen wir eine Arbeitsplatz- und Einkommensgarantie für alle, deren Jobs durch die Transformation bedroht sind – denn Klimaschutz und soziale Sicherheit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Konkrete Forderungen zur Energiepreisgestaltung:
- Sozial gestaffelte Energiepreise: Ein preisgünstiger Sockeltarif für den durchschnittlichen Verbrauch, höhere Kosten erst für übermäßigen Verbrauch.
- Abschaffung des Merit-Order-Prinzips: Die Strompreise dürfen nicht mehr durch die teuersten fossilen Kraftwerke bestimmt werden.
- Senkung der Stromsteuer und Netzentgelte, um Haushalte finanziell zu entlasten.
- Verbot von Strom- und Gassperren, damit niemand in kalten Wohnungen sitzen muss.
- Rekommunalisierung der Energienetze, um die Versorgung demokratisch zu kontrollieren und Profite mit Grundversorgung zu unterbinden.
Wir fordern den schnellen Ausstieg aus fossilen Energien, ein Verbot von Fracking-Gas und einen massiven Ausbau von erneuerbarer Infrastruktur in öffentlicher Hand. Die Energiewende muss konsequent ökologisch, demokratisch und sozial gestaltet werden – denn nur so wird sie für die Mehrheit der Menschen ein Erfolg und nicht zur finanziellen Last.