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Tamara Mazzi
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Frage von Christoph L. •

Welche energetischen Potenziale sehen Sie für Privathaushalte/Neubauten? Wie sollte der Staat diese Entwicklungen unterstützen und Anreize schaffen, für nachhaltige und umweltfreundliche Lösungen?

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Antwort von
Die Linke

Guten Tag Herr L.

die energetischen Potenziale für Privathaushalte und Neubauten sind enorm – wenn wir sie konsequent nutzen und sozial gerecht gestalten. Wir als Linke setzen auf eine dezentrale, ökologische Energiewende, die nicht nur das Klima schützt, sondern auch die Menschen vor Energiearmut bewahrt. Dafür brauchen wir massive Investitionen in erneuerbare Energien, insbesondere in Wind- und Solarenergie, die direkt vor Ort genutzt werden können. Bürgerenergieprojekte wie Mieterstrommodelle, Energiegenossenschaften und gemeinschaftlich betriebene Windparks müssen erleichtert und gefördert werden. Wer auf seinem Balkon oder Dach Solarstrom erzeugt, soll diesen nicht nur für den Eigenverbrauch nutzen, sondern ihn auch unkompliziert mit Nachbar*innen teilen können – ohne bürokratische Hürden.

Doch nachhaltige Energie darf kein Luxus sein. Deshalb fordern wir eine soziale Staffelung der Strompreise: Ein preisgünstiger Sockeltarif für den durchschnittlichen Verbrauch sorgt dafür, dass alle Menschen Zugang zu bezahlbarer Energie haben, während übermäßiger Verbrauch teurer wird. Gleichzeitig dürfen Strom- und Gassperren nicht länger ein Mittel sein, um Menschen unter Druck zu setzen – wir brauchen ein Verbot solcher Sperren, denn Energie ist ein Grundrecht und kein Spekulationsobjekt. Damit Haushalte nicht auf teure fossile Heizsysteme angewiesen sind, muss der Staat gezielt die energetische Sanierung von Altbauten sowie den verpflichtenden Bau neuer, energieeffizienter Gebäude fördern. Wärmepumpen, Fernwärme aus erneuerbaren Quellen und andere nachhaltige Heizsysteme müssen für alle bezahlbar sein – nicht nur für jene, die es sich ohnehin leisten können.

Um diese Entwicklung zu unterstützen, muss der Staat aktiv in den Ausbau erneuerbarer Energien und eine gerechte Infrastruktur investieren. Die Strompreise müssen durch eine Senkung der Netzentgelte und der Stromsteuer entlastet werden, während das ungerechte Merit-Order-Prinzip, das die Preise künstlich in die Höhe treibt, abgeschafft werden muss. Energieversorgung darf nicht dem Markt überlassen werden – wir fordern die Rekommunalisierung der Energienetze, um die Kontrolle zurück in die Hände der Gesellschaft zu geben. Nur so können wir eine sichere, klimafreundliche und sozial gerechte Energieversorgung garantieren.

Die Energiewende darf nicht zulasten der Menschen gehen, die ohnehin schon mit steigenden Preisen kämpfen. Sie muss bezahlbar, demokratisch und nachhaltig sein. Wir brauchen eine klare Prioritätensetzung: Statt Milliarden in Rüstung und fossile Subventionen zu stecken, muss der Staat in die Zukunft investieren – in erneuerbare Energien, bezahlbaren Strom und eine klimafreundliche Infrastruktur für alle. Denn eine sozial gerechte Energiewende ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit.

Mit solidarischen Grüßen

Tamara Mazzi