Außenhandel mit Russland, Konsumverhalten: Gibt es einen Leitfaden für das Konsumverhalten in der Krisenzeit?
Sehr geehrter Frau Abgeordnete,
bitte setzen Sie sich dafür ein, das jegliche Außenhandelsbeziehung insbesondere Import von fossilen Energieträgern aus Russland vorerst gestoppt wird.
Gibt es einen Leitfaden für das Konsumverhalten in der Krisenzeit?
Danke für Ihren Einsatz und Hilfe

Sehr geehrter Herr G.,
Vielen Dank für Ihre Frage und Ihr Engagement zu diesem wichtigen Thema. Als Berliner Abgeordnete setze ich mich dafür ein, dass wir unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter reduzieren – insbesondere von russischem Gas.
Deutschland hat 2024 kein Pipelinegas mehr aus Russland bezogen, und nach Kenntnis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wurde auch kein russisches LNG über deutsche Terminals angelandet. Dennoch zeigt eine Recherche der Deutschen Umwelthilfe, dass die Importe von russischem Flüssiggas im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen sind – über indirekte Wege. Das ist problematisch, und wir müssen weiter daran arbeiten, diese Schlupflöcher zu schließen. Ein wichtiger Schritt ist, dass die EU beschlossen hat, russisches LNG künftig nicht mehr in Europa zu verladen und weiterzutransportieren. Diese Regelung soll voraussichtlich dieses Jahr in Kraft treten.
Auch in Berlin setzen wir auf eine konsequente Energie- und Wärmewende, um den Ausstieg aus fossilen Energien zu beschleunigen. Gleichzeitig wissen wir, dass die aktuellen Krisen Verbraucher*innen stark belasten – nicht nur durch hohe Energiepreise, sondern auch durch steigende Lebensmittelkosten, etwa bei Weizen und Sonnenblumenöl, da die Ukraine hier eine zentrale Rolle auf dem Weltmarkt spielt.
Es gibt verschiedene Informationsangebote für Verbraucher*innen, die dabei helfen, den eigenen Energieverbrauch zu senken und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Als Grüne arbeiten wir daran, die soziale Abfederung dieser Krisen zu stärken, um alle Menschen in Berlin mitzunehmen. Ich werde mich weiterhin für eine klare und konsequente Energiepolitik einsetzen – für mehr Unabhängigkeit und Klimaschutz.
Schreiben Sie auch gerne Ihren Energieversorger an und fragen, aus welchen Quellen sie ihre Energieträger beziehen. So sensibilisieren Sie in der ganzen Lieferkette.
Herzliche Grüße
Silke Gebel