Hallo. Warum wird bei der Altersversorgung immer nur von der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung gesprochen und nicht auch von Pensionen?
Sehr geehrte Frau Schamber, warum bekommen Pensionsempfänger so viel höhere Altersversorgungen als Rentner? In der Wirtschaft war das Bruttoeinkommen höher als bei Beamten aber nicht das Nettoeinkommen.
Ich fühle mich betrogen als rentenbezieher nach 40 dienstjahren und Studium mit netto 2.200 Euro Rente gegenüber einem vergleichbaren akademischen Grad mit über 4.000 Euro Pension. Unberücksichtigt ist das Privileg der privaten Krankenversicherung für Beamte bezahlt aus Steuern.

Sehr geehrter Herr W.
vielen Dank für Ihre Frage und Ihre offenen Worte. Ich kann Ihre Enttäuschung sehr gut nachvollziehen, und das Thema der Altersversorgung ist gerade für viele von uns ein zentrales Anliegen, besonders in einer Zeit, in der immer mehr Menschen in den Ruhestand gehen und sich mit der Frage ihrer Altersversorgung auseinandersetzen müssen.
Es ist korrekt, dass die Altersvorsorge in Deutschland aktuell oftmals sehr stark auf die gesetzliche Rentenversicherung fokussiert wird. Das liegt daran, dass die Rentenversicherung für die breite Bevölkerung die wichtigste Säule der Altersversorgung darstellt. Allerdings wird die unterschiedliche Behandlung von Renten und Pensionen in der öffentlichen Debatte zu selten ausreichend berücksichtigt.
Die unterschiedliche Höhe von Renten und Pensionen resultiert unter anderem aus der unterschiedlichen Finanzierung beider Systeme. Die gesetzliche Rentenversicherung basiert auf einem umlagefinanzierten System, das bedeutet, dass die Beiträge, die heute gezahlt werden, direkt an die jetzigen Rentner ausgezahlt werden. Dieses System funktioniert nur so lange, wie ausreichend junge Erwerbstätige in die Rentenkasse einzahlen. Im Gegensatz dazu erhalten Beamte eine Pension, die über eine andere, teilstaatlich finanzierte Regelung und mit einer besonderen Bezugsberechtigung abgesichert ist.
Auch wenn es in der Vergangenheit eine höhere Einkommensverteilung zwischen den beiden Systemen gab, ist es wichtig zu verstehen, dass es gerade im Kontext der Rentenpolitik darum geht, soziale Gerechtigkeit zu schaffen. An dieser Stelle setzt unser Wahlprogramm an: Wir setzen uns für eine solidarische Rentenversicherung ein, die auch die schwächeren Schichten im Blick behält und die Renten gerechter verteilt. Unser Ziel ist es, die gesetzliche Rentenversicherung auf solide Beine zu stellen, sodass keine Rentnerin und kein Rentner im Alter in Armut leben muss.
Zu den privaten Krankenversicherungen der Beamten: Das ist ein weiterer Punkt, den wir im Blick haben. Wir setzen uns dafür ein, dass es hier zu einer fairen und gerechten Kostenbeteiligung kommt. Die soziale Absicherung sollte für alle Bürgerinnen und Bürger gleich und gerecht gestaltet werden – unabhängig davon, ob jemand im öffentlichen Dienst oder in der freien Wirtschaft tätig ist.
Ich verstehe, dass Sie sich nach 40 Dienstjahren mit einem Rentenanspruch, der nicht ausreichend für ein Leben in Würde ausreicht, betrogen fühlen. Wir setzen uns dafür ein, die Renten zu erhöhen, um ein würdevolles Leben im Alter zu garantieren. In unserem Wahlprogramm ist klar festgelegt, dass wir die Renten aufstocken und gleichzeitig die Rentenformel so reformieren wollen, dass auch Menschen mit längeren Lebensarbeitszeiten und hohen Beiträgen mehr davon haben.
Für uns steht fest: Altersarmut darf keine Option sein. Deshalb kämpfe ich im Bundestag dafür, dass Rentnerinnen und Rentner endlich die Anerkennung und die Unterstützung erhalten, die sie verdient haben.
Mit freundlichen Grüßen,
Rebecca Schamber, MdB