Frage von Julian D. •

Wofür würden Sie sich entscheiden (a) 1% wirtschaftliches Wachstum und steigende soziale Ungleichheit (b) Kein Wachstum aber dafür Klimageld und weniger Kinderarmut?

Portrait von Moritz Heuberger
Antwort von
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ich halte die Wahl zwischen wirtschaftlichem Wachstum bei steigender sozialer Ungleichheit und einer stagnierenden Wirtschaft mit sozialer Umverteilung für eine zu enge Gegenüberstellung. Mein Ziel ist es, Wohlstand, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit zusammenzudenken, anstatt sie gegeneinander auszuspielen.

Wachstum ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, welche Art von Wachstum wir haben und wer davon profitiert. Ein Wirtschaftswachstum, das auf Ausbeutung von Menschen und Ressourcen basiert, das soziale Ungleichheit vergrößert und Umweltzerstörung vorantreibt, lehne ich ab. Doch wirtschaftliche Entwicklung kann auch Chancen schaffen – wenn sie grün, nachhaltig und sozial gerecht gestaltet wird.

Ich setze mich dafür ein, dass ökologischer Umbau und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen. Statt fossilem Wachstum, das einige wenige reicher macht, brauchen wir massive öffentliche Investitionen in Klimaschutz, Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit. Das schafft nicht nur langfristig Wohlstand, sondern auch gute Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen.

Deshalb befürworte ich eine gerechte Steuer- und Verteilungspolitik, die Klimageld finanziert und Kinderarmut bekämpft – aber nicht, indem wir Wachstum per se verhindern, sondern indem wir es umsteuern. Eine Wirtschaft, die faire Löhne zahlt, Bildung und soziale Absicherung stärkt und dabei klimaneutral ist, ist möglich – wenn wir den politischen Willen haben, sie zu gestalten.

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Moritz Heuberger
Moritz Heuberger
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN