Frage von Ivana W. •

Welche Lösungsansätze werden ermittelt, um allen Bürgern den Zugang zum Deutschlandticket auch ohne digitale Abhängigkeit zu gewährleisten?

Hallo Herr Gastel,

Sie meinten mal, das Deutschlandticket sei digital, um Kosten zu sparen. Jedoch liegt keine Kalkulation vor, wie viel ein Deutschlandticket in Papierform kosten würde. Wie kommen Sie also zu der Schlussfolgerung?

Wer wäre dafür zuständig die Kosten zu kalkulieren bzw. Lösungsansätze zu finden, um den Bürgern das Ticket auch nicht-digital und dennoch kostengünstig anzubieten? Wie hoch dürften die Kosten für ein Ticket in Papierform maximal sein, damit es eingeführt wird bzw. wie weit würden sich dadurch die Kosten für den Kunden erhöhen?

Welche Behörde ist zuständig um das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Papiertickets im Vergleich zum digitalen Ticket einzuschätzen?

Bürger, welche das Ticket nicht erwerben können, weil es auf Anweisung der Regierung ausschließlich digital angeboten wird, werden dennoch des Schwarzfahrens bezichtigt – es erschließt sich mir nicht, dass Bürgern kriminelles Verhalten vorgeworfen wird, nur um Betriebskosten zu sparen.

Grüße,

Ivana

Portrait von Matthias Gastel
Antwort von
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau W. C.,

der digitale Ticketvertrieb ist erheblich weniger aufwändig und daher kostensparend gegenüber Automaten und vor allem gegenüber personenbedienten Schaltern. Die Vertriebskosten fließen in die Kalkulation von Preisen ein. Daher ist es naheliegend, dass geringere Vertriebskosten sich in den Ticketpreisen niederschlagen. Daher halte ich es für richtig, dass die digitalen Vertriebswege forciert werden, zumal ohnehin kaum mehr ausreichend Personal für personalintensivere Vertriebsformen zu finden ist und Smartphones in den letzten 15 Jahren eine sehr weite Verbreitung gefunden haben und sich weiter verbreiten. Gerade für Menschen, die häufig Bus und Bahn nutzen, ist das Smartphone ein sehr hilfreicher, fast schon notwendiger Begleiter, um Echtzeitinformationen erhalten zu können und ggf. Reiserouten flexibel anpassen zu können.

Selbstverständlich soll es auch in Zukunft Tickets auch für Menschen ohne Smartphone geben. In unserer grünen Bahnstrategie haben wir dies so formuliert: "Die Digitalisierung im Ticketing unterstützen wir, weil Kosten im Vertrieb eingespart werden können und damit Fahrgäste von günstigeren Fahrkarten profitieren können. Angebote für den öffentlichen Verkehr müssen aber allen Reisenden zugänglich bleiben. Im Sinne der Inklusivität und Kundenfreundlichkeit sollte auch für Menschen, die nicht online buchen können oder wollen, der Zugang zum Ticketkauf, zu

Sparangeboten und zur Bahncard gewährleistet werden. Es steht Bahnunternehmen offen, kostensparende Vertriebswege durch Rabattierungen attraktiver zu machen."

Unsere Bahnstrategie mit sehr ausführlichen Positionierungen finden Sie hier: https://www.matthias-gastel.de/gruene-bahnstrategie/

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Gastel

 

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