Frage von Julian W. •

Was will Ihre Partei gegen die stark steigenden Kosten für den Führerschein tun?

Sehr geehrter Herr Gastel,

wer in Deutschland einen Führerschein machen will, muss mittlerweile im Durchschnitt 3.300 Euro zahlen. Damit ist der Preis nicht nur rapide gestiegen, sondern liegt auch deutlich höher als im EU-Ausland. Besonders für junge Menschen und stellt dies eine erheblich Belastung dar und gefährdet die individuelle und unabhängige Mobilität, was zum Beispiel zu Nachteilen in der Gesellschaft oder auf dem Arbeitsmarkt führen kann.

Halten Sie die aktuellen Kosten für den Führerschein für sozial gerecht und angemessen? Welche Maßnahmen erwägt Ihre Partei, um sicherzustellen, dass der Führerschein nicht zu einem Luxusgut wird? Wie bewerten Sie die bürokratischen Hürden im Zusammenhang mit dem Führerschein?

Portrait von Matthias Gastel
Antwort von
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr W.,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

Der Schwerpunkt unserer und auch meiner persönlichen Arbeit liegt darin, den öffentlichen Nahverkehr besser zu machen. In Baden-Württemberg setzen wir nach und nach die Mobilitätsgarantie um. Diese hat zum Ziel, auch kleiner Orte von früh morgens bis spät abends mindestens im Stundentakt mit dem öffentlichen Nahverkehr anzubinden. Dazu werden Regiobuslinien ausgebaut (inzwischen über 50 Linien) und stillgelegte Bahnstrecken reaktiviert.

Zum Thema "Führerschein" kann ich Ihnen aus Sicht der bündnisgrünen Bundestagsfraktion mitteilen, dass wir besonders im Bereich der Prüfungsorganisation Potential sehen, um die Kosten zu senken: Wartezeiten zum Ablegen der Prüfung sollen reduziert und Prüfungskapazitäten ausgebaut werden. Dadurch können zusätzliche Übungsfahrstunden vermieden werden, die sich nur aufgrund der Wartezeit ergeben. Dafür haben wir mit dem Bürokratieentlastungsgesetz die Voraussetzungen für das Berufsbild der Fahrprüfer*innen sowohl für die theoretische, als auch für die praktische Prüfung abgesenkt, ohne jedoch in der Qualität Kompromisse einzugehen. Ein weiterer Lösungsansatz für mehr Kapazitäten für Prüfungen ist die auch besprochene Öffnung und Einbestellung weiterer Prüfungsgesellschaften neben dem TÜV und der Dekra.

Wichtig zu betonen ist mir, dass die Verkehrssicherheit absolute Priorität hat. An der Qualität der theoretischen und praktischen Ausbildung darf es keine Abstriche geben. 

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Gastel

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Matthias Gastel
Matthias Gastel
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN