Frage an Martina Bunge von Barbara U. bezüglich Gesundheit
Sehr geehrte Frau Dr. Bunge
Warum wollen Politiker Umweltschutz zu Lasten von Körperverletzung mit Todesfolge durchsetzen.
Als Pädagogin, die sich langjährig mit der Betreuung von Sprayern befasst, komme ich mir von Politikern „verladen“ vor.
Für Klimaanlagen in Pkws wurde das CO2 verboten und ein neues Mittel vorgeschrieben, was zwar klimafreundlicher ist, aber dafür hoch gefährlich; denn unter Einwirkung von Wärme u. Feuchtigkeit wandelt es sich zur Flusssäure um. Diese fluorhaltige Säure wird extrem schnell von der Haut resorbiert und eine Kleinstmenge verursacht schwere Verletzungen, die äußerlich kaum sichtbar sind, aber bis zu den Knochen Verätzungen ermöglichen können, die oft zum Tode führen.
Wie kann es sein, dass man einerseits für einen kleinen Schriftzug einen ganzen Bahnhofsbereich absperrt und andererseits mit dem Leben der Autofahrer dermaßen unbekümmert umgeht? Will man Sprayer kriminalisieren oder sind Autofahrer jetzt Versuchskaninchen?
Damit kein Missverständnis aufkommt, ich bin grundsätzlich gegen gesundheitsschädliche Substanzen, aber entsprechende Stellen hatten von mir das Datensicherheitsblatt erhalten, das die Jugendlichen zur Vermattung von Glas keine hoch giftigen Substanzen benutzen, so dass die Ermittlungen wegen Verbreitung von gefährlichen Giften eingestellt wurden, während die hohe Brisanz des neuen Kühlmittels bewiesen ist.
Gleiches gilt auch für die Gefahr bei den Castortransporten.
Beweis:
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-TV-Gefaehrliche-Fracht-rollt-ohne-Vorwarnung-durch-die-Region;art806,2637811
http://www.umweltjournal.de/AfA_technik/15468.php
Barbara Uduwerella

Sehr geehrte Frau Uduwerella,
vielen Dank für Ihre Email. Wie Sie wissen, bin ich nicht Umweltexpertin, sondern Gesundheitspolitikerin. Auch wenn sich beide Bereiche überschneiden, liegen Ihre Fragen außerhalb meines Betätigungsfeldes. Ich kann Ihnen daher nur kurz antworten.
Das von Ihnen genannte gefährliche Kältemittel 1234yf der Herstellerfirmen Honeywell und Dupont wird von meiner Fraktion DIE LINKE absolut abgelehnt.
Das Gefährdungspotential ist zweifellos vorhanden. Entsprechende Berichte sind uns bekannt, der Umweltausschuss hat sich damit intensiv befasst.
Bei Ihrer Aussage, CO2 wäre verboten worden, handelt es sich wahrscheinlich um ein Missverständnis. Zulässig werden zukünftig keine Kältemittel mehr sein, die mehr als 150mal klimaschädlicher als CO2 (GWP, Global Warming Potential) sind. Als Kältemittel hätte CO2 dann genau den GWP-Wert von 1 und wäre damit als Kältemittel praktisch unschlagbar gut. Die jetzigen Kältemittel liegen bei 1.400. Das gefährliche Kältemittel 1234yf liegt bei einem GWP von 4.
DIE LINKE hat einen Antrag in den Bundestag eingereicht, der praktisch nur noch CO2 als Kältemittel zulässt http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/034/1703432.pdf.
Die Autoindustrie hat sich gegen CO2 als Kältemittel entschieden.
Weitere links dazu:
Rede von Ralph Lenkert, DIE LINKE
http://www.linksfraktion.de/reden/aetzendes-klima-neuen-autos-2010-10-28/
Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/022/1702297.pdf
Mit freundlichen Grüßen
Martina Bunge