Frage von Christiane S. •

Wie würden Sie entscheiden? Ist es richtig Bahn Neubaustrecken zu bauen, statt einen zügigen Ausbau der Bestandsstrecken, der zeitgleich Anschluss-Möglichkeiten von Pendlergebieten an Hamburg zulässt?

Liebe Frau Kaiser, es scheint Einigkeit darüber zu bestehen das wir gegen den Klimawandel einen schnellen Umstieg von der Straße auf die Schiene benötigen. Das gilt für Güter und Personenverkehre. Dringender Bedarf und damit hohes Potential birgt der Ausbau des ÖPNV in den Metropol-Regionen. Hier entstehen die ineffizienten und emissionsträchtigen Stauschwerpunkte im Berufsverkehr. Ein Beispiel ist der Hamburger Süden, der nur 2 Elbquerungen vorhält. Eine vorgeschlagene Neubaustrecke im erweiterten Korridor (30km) der A7, Fertigstellung in ca. 15-20 Jahren, steht mit der seit 2000 geplanten einfachen Erschließung weiter Teile des Hamburger Südens (mit zigtausend Pendlern) im Zielkonflikt. Wäre es nicht im Sinne des Deutschlandtaktes eine im Jahr 2000 beschlossene Ertüchtigung des Schienennahverkehrs umzusetzen um überhaupt erst einen Knotenpunkt zu erreichen. So könnte das Berufspendeln auf die Schiene verlagert werden und bereits bestehender Fernverkehr sofort genutzt werden.

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Antwort von
SPD

Hallo und vielen Dank für Ihre Frage!

Wir wollen, dass mehr Pendlerinnen und Pendler, Urlaubs-Reisende und Güter auf die Schiene kommen sowie pünktlich und schneller ans Ziel gebracht werden. Das schont Nerven, spart Kosten und bringt uns der Klimaneutralität bis 2045 näher. Die Reaktivierung oder der Neubau einzelner Strecken kann dafür einen Beitrag zu besserer Mobilität leisten. Aber der Ausbau der in die Jahre gekommenen Infrastruktur hat höchste Priorität. Um das voranzubringen, haben wir die wichtigsten Weichen gestellt. 

2024 konnte die DB gemeinsam mit Bund und Ländern das zweite Jahr in Folge Rekordsummen in Schienen, Bahnhöfe und Technik investieren – insgesamt über 29 Milliarden Euro. Das Kernziel sind 40 sogenannte „Korridorsanierungen" von 4.000 Kilometer Gleisen bis 2030 in ganz Deutschland. 

Mit der Generalsanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt/Main und Mannheim in nur wenigen Monaten hat die DB den Auftakt für das zukünftige „Hochleistungsnetz" gemacht. Es folgen nun schrittweise stark ausgelastete Verbindungen wie von Berlin nach Hamburg und Hannover sowie von Erfurt nach Frankfurt/Main oder die Nebenstrecken Magdeburg-Hannover. Auch das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Berlin-Erfurt-München wird in diesem Jahr zwischen Bamberg und Nürnberg viergleisig finalisiert. Auf der Sachsen-Franken-Magistrale, die u.a. durch Ost-Thüringen nach Leipzig führt, ist die Kernsanierung in drei Jahren geschafft. Zudem wird das Bahnnetz sukzessive auf das digitale Europäische Zugsicherungssystem ETCS umgerüstet. Für mehr Verkehrssicherheit und Geschwindigkeit. 

Es bewegt sich also viel und es muss noch mehr passieren, um dem Deutschlandtakt näher zu kommen – auch im Regionalverkehr. Umso wichtiger ist es, dass durch das Investitionsgesetz für die einstigen Kohleregionen z.B. die Bahnstrecke von Gera nach Leipzig bis 2035 ausgebaut wird und bald die Elektrifizierung sowie Zweigleisigkeit der Mitte-Deutschlandverbindung in Thüringen kommt. Dafür habe ich mich in Berlin eingesetzt!

Diese Vorhaben wollen wir zügig  durchziehen und ausweiten. Das im Bundestag von uns beschlossene Sondervermögen für wichtige Zukunftsinvestitionen in unsere Infrastruktur ist dabei ein wertvoller Baustein für eine moderne und leistungsfähige Bahn. Denn die brauchen wir für einen sehr gut funktionierenden Alltag in der Stadt und auf dem Land – und damit wir wieder stolz sein können auf unsere Bahn!

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