Warum gibt es private Kranken- u. Pflegeversicherung. Warum müssen Angestellte (bis zur Bemessungsgrenze) in ein System einzahlen, wo sie massenhaft versicherungsfremde Leistungen mit bezahlen müssen.

Sehr geehrter Herr D.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Die Private Kranken- und Pflegeversicherung ist ein sehr bewährtes, höchst leistungsfähiges Element unseres Gesundheitssystems. Nicht nur finanziert die PKV zu einem erheblichen Teil innovative Geräte, Behandlungsverfahren und Arzneimittel in den Krankenhäusern, Arztpraxen und Apotheken, wovon auch die gesetzlich Versicherten profitieren.
Sie trägt auch stark zur Generationengerechtigkeit in unserer Gesellschaft bei, indem sie seit Jahrzehnten für ihre Versicherten Rücklagen in Milliardenhöhe bildet. Mit dieser Kapitaldeckung trägt die PKV ihren Teil dazu bei, dass wir den demographischen Wandel gut bewältigen. Für die umlagefinanzierte Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sollte im Sinne einer zukunftsfähigen Finanzierung ebenfalls eine kapitalgedeckte Säule geschaffen werden.
Zum Ausgleich der von ihnen erbrachten versicherungsfremden Leistungen erhalten die gesetzlichen Krankenkassen jährlich einen Bundeszuschuss aus Steuermitteln in Höhe von insgesamt 14,5 Milliarden Euro - während der Corona-Pandemie gab es darüber hinaus viele Steuermilliarden extra.
Über die richtige Höhe des Bundeszuschusses kann man im Einzelnen sicherlich streiten, es ist jedoch gut und richtig, dass die Steuerzahler - darunter auch die Privatversicherten - für die von den Krankenkassen erbrachten versicherungsfremden Leistungen einen angemessenen Beitrag leisten.
Freundliche Grüße,
Christian Dürr