Das Leihmutterschaftsverbot treibt Wunscheltern ins Ausland (z. B. Ghana, Ukraine) und birgt das Risiko der Ausbeutung. Stimmen sie deshalb für eine regulierte Leihmutterschaft in Deutschland ?
Durch das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland suchen Wunscheltern Alternativen im Ausland, wo die rechtlichen und sozialen Standards oft unzureichend sind. In Ländern wie Ghana oder der Ukraine besteht die Gefahr, dass Frauen finanziell unter Druck geraten und ausgebeutet werden. Zudem fehlt es an klaren rechtlichen Rahmenbedingungen für alle Beteiligten, was sowohl für die Wunscheltern als auch für die Kinder zu langwierigen und belastenden Gerichtsverfahren führen kann, insbesondere bei der Anerkennung der Elternschaft.Eine gesetzlich geregelte Leihmutterschaft in Deutschland könnte diesen Risiken entgegenwirken. Strenge medizinische, ethische und rechtliche Vorgaben könnten sicherstellen, dass Leihmütter aus freien Stücken handeln, finanziell abgesichert sind und umfassend über ihre Rechte informiert werden. Dadurch würde nicht nur die Ausbeutung von Frauen verhindert, sondern auch das Wohl des Kindes besser geschützt.Wie stehen Sie zu einer solchen Regulierung?
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Vielen Dank für die Frage.
Ich bemühe mich diese wie folgt zu beantworten, weise zugleich darauf hin, dass es meine persönliche Haltung zu diesem Thema ist, die nicht zu 100% mit dem Programm von Bündnis 90/ Die Grünen identisch sein muss.
Also: Die deutschen Regelungen zur Kinderwunschbehandlung und Reproduktionsmedizin sind sicher teilweise reformbedürftig. Gleichzeitig halte ich es als Juristin mit internationaler Erfahrung für wenig zielführend, solche Fragen ausschließlich auf nationaler Ebene zu regeln. Die internationalen Ausbeutungsphänomene, die oft auf wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen verschiedenen Regionen beruhen, lassen sich höchstwahrscheinlich (und leider) durch eine rein deutsche Regelung nicht verhindern.
Daher ist es aus meiner Sicht sinnvoll, nicht nur nationale Regelungen für eine Leihmutterschaft zu diskutieren, sondern auch internationale/ europäische ethische Leitlinien zu entwickeln. Die moderne Medizin stellt ohnehin unser bisheriges (!) Verständnis infrage, dass die Mutter stets die Frau ist, die das Kind geboren hat. Wir müssen auch (wieder leider) anerkennen, dass regionale Verbote in einer globalisierten Welt oft umgangen werden (können). Und dies ist ernst zu nehmen. Die Rechte und die Lebensqualität von Frauen und Mädchen(!) sind überall auf der Welt zu schützen!