Berlin braucht dringend bezahlbaren Wohnraum. Welche Flächen in unserem Bezirk sollen Ihrer Meinung bebaut werden?

Sehr geehrter Herr B.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Ich stimme Ihnen vollkommen zu, Berlin braucht dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. Es ist also nicht allein entscheidend, dass gebaut wird, sondern was gebaut wird- denn Berlin braucht keine weiteren Luxusappartements, sondern Wohnungen für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen.
Friedrichshain-Kreuzberg ist schon heute der dichtbesiedeltste Bezirk in Berlin, in dem es keine großen unbebauten Flächen mehr gibt. Der Fokus liegt deswegen auf Nachverdichtungsmaßnahmen und kleineren Bauprojekten.
Als Bündnisgrüne setzen wir uns dafür ein, dass Nachverdichtung vor allem auf bereits versiegelten Flächen stattfindet und nicht etwa in grünen Hinterhöfen. Wir müssen deswegen viel mehr über Umnutzung, Aufstockung und Überbauung versiegelter Flächen (Einkaufsflächen, Parkplätze etc.) sprechen. Sofern die Gebäude geeignet sind, sollte auch der Umbau von Büros zu Wohnraum erfolgen.
Wichtig wäre es generell, dass vor allem Genossenschaften erleichtert wird, auf landeseigenen Flächen zu bauen.
Aktuell gibt es einige Bauprojekte im Bezirk, auf denen u.a. bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll, z.B.:
- Hallesches Ufer, dort errichtet auch die landeseigene degewo über 300 Wohnungen
- Stallschreiberstraße, dort erreichtet die landeseigene gewobag ca.140 Wohnungen
- Köpenicker Straße (Behala-Gelände), das Grundstück entwickelt der Bezirk gemeinsam mit der landeseigenen WBM, die dort Wohnraum errichten wird
- Dragoner Areal, WBM baut dort 370 Wohnungen und ca. 100 Wohnungen entstehen genossenschaftlich
Herzliche Grüße
Katrin Schmidberger