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Julian Pahlke
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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Frage von Menno-Heite M. •

Sehr geehrter Herr Pahlke, was werden sie/ Die Grünen explizit zur Verbesserung der Einkommenssituation von uns Landwirten unternehmen? VG Menno-Heite Tiddo Müntinga

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Antwort von
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr M.

vielen Dank für Ihr Interesse.

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat sich in dieser Legislatur z.B. im Rahmen des Agrarpakets für die Verbesserung der Einkommenssituation von Landwirt*innen durch mehrere konkrete Maßnahmen eingesetzt.Dazu gehörten stärkere Regelungen gegen unfaire Handelspraktiken von Supermärkten für eine bessere Verhandlungsposition für Landwirt*innen. Landwirt*innen sollen so höhere und faire Preise für ihre Produkte erzielen. Die Agrar-OLkG-Vereinbarung ermöglicht eine genauere Verfolgung und Ahndung dieser Praktiken. Der Bürokratieaufwand wird durch verschiedene Maßnahmen reduziert, sodass Landwirt*innen weniger Zeit mit Papierkram verbringen und sich mehr auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. Außerdem sollen Landwirt*innen, die sich aktiv für Klimaschutz, Artenerhalt und nachhaltige Bewirtschaftung einsetzen, verstärkt durch die Weideprämie und andere Fördermaßnahmen unterstützt werden. Um saisonale Schwankungen und Extremwetterereignisse abzumildern, wurde außerdem die Möglichkeit geschaffen, Einkommensunterschiede zwischen guten und schlechten Jahren steuerlich auszugleichen. Dies bietet mehr finanzielle Sicherheit und Planungsperspektive. Es werden außerdem höhere Mittel für die Förderung ökologischer Maßnahmen bereitgestellt, wodurch Landwirt*innen, die nachhaltig wirtschaften, zusätzliche Einkommensmöglichkeiten erhalten und gleichzeitig die Umwelt geschützt wird.

Auch im Wahlprogramm nennt die Partei konkrete Maßnahmen, um die Einkommenssituation der Landwirt*innen langfristig zu verbessern und sie gleichzeitig zukunftsfähig und klimafreundlich zu machen. Wesentliche Punkte sind hier:
1.           Stärkung der Wettbewerbsposition und faire Preise: Die Grünen möchten die Wettbewerbsposition der Landwirt*innen gegenüber Supermärkten und anderen Akteuren der Wertschöpfungskette stärken. Sie setzen sich für verbindliche schriftliche Verträge im Rahmen des Agrarorganisationen- und Lieferkettengesetzes ein, um kostendeckende Preise entlang der gesamten Lebensmittelkette zu sichern. Ziel ist es, den Landwirt*innen faire Preise und eine bessere Marktstellung zu verschaffen.
2.           Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen: Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sollen öffentliche Gelder künftig stärker an den Schutz der natürlichen Grundlagen gebunden werden. Das bedeutet, dass Landwirt*innen für umweltfreundliche und klimafreundliche Praktiken besser honoriert werden, was ihre Einkommenssituation zusätzlich verbessert.
3.           Förderung von Tierwohl und nachhaltiger Landwirtschaft: Durch die Förderung einer tiergerechteren Haltung und den Umbau der Ställe für eine artgerechtere Tierhaltung wird die Landwirtschaft auf nachhaltige, zukunftsfähige Konzepte ausgerichtet. Dies soll langfristig die Wettbewerbsfähigkeit von Landwirt*innen sichern und gleichzeitig die Lebensqualität der Tiere verbessern.
4.           Förderung innovativer Einkommensquellen: Die Grünen unterstützen Landwirt*innen bei der Entwicklung neuer Einkommensmöglichkeiten, etwa durch den Ausbau von Agri-Photovoltaik, Agri-Tourismus und die Nutzung pflanzlicher Rohstoffe wie Hanf und Schilf für Bauzwecke. Auch der Anbau und die Vermarktung von Industriehanf sollen erleichtert werden. Dies eröffnet Landwirt*innen neue Geschäftsfelder und zusätzliche Einnahmequellen.
5.           Unterstützung von Junglandwirt*innen und Betrieben: Besonders junge Landwirt*innen und Neueinsteiger sollen durch gezielte Fördermaßnahmen unterstützt werden, um ihnen den Einstieg in die Landwirtschaft zu erleichtern und ihre Innovationskraft zu fördern. Die Grünen setzen sich zudem für eine starke Forschung und Entwicklung in der biologischen Landwirtschaft ein.
6.           Klimaschutz und nachhaltige Bewirtschaftung: Ein weiterer Fokus liegt auf der Förderung nachhaltiger Bewirtschaftungsmethoden, die sowohl das Klima als auch die Bodenqualität schonen. Hierzu gehört etwa die Einführung von Agroforstsystemen, der Schutz von Böden und die Unterstützung von Landwirt*innen beim Übergang zu nassen Bewirtschaftungsformen.
7.           Bürokratieabbau und Effizienzsteigerung: Um den Landwirt*innen das Leben zu erleichtern, wollen die Grünen unnötige Bürokratie abbauen und gleichzeitig die Effizienz in der Landwirtschaft durch den Einsatz digitaler Technologien und smarter Arbeitsmethoden steigern.

Mit freundlichen Grüßen
Julian Pahlke