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Gerhard Lein
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Frage von Gudrun W. •

Frage an Gerhard Lein von Gudrun W. bezüglich Bildung und Erziehung

Sehr geehrter Herr Lein,
wir - der Elternrat der Schule Fahrenkrön - möchten Sie bitten über die Kriterien für die Platzvergabe bei den ersten Klassen neu zu entscheiden.
Bitte bedenken Sie unsere folgenden Einwände:

Setzen Sie die Geschwisterregelung wieder in Kraft, denn es stellt eine besondere Härte dar, wenn Geschwister im Grundschulalter in verschiedene Grundschulen eingeschult werden.
Jüngere Geschwister wachsen frühzeitig in das vielfältige Leben der Schule ihrer älteren Geschwister hinein, weil auch sie an Schulveranstaltungen teilnehmen. Diese gewachsenen Beziehungen sollten gerade in Zeiten zunehmender Isolierung und Anonymisierung gestärkt werden.
Je nach Entfernung, Jahreszeit, Wetter und Alter der Kinder ist eine vollständige oder teilweise Begleitung der Kinder auf dem Schulweg notwendig, die bei mehreren Grundschulen zu organisatorischen Problemen führt.
Wenn Geschwister nicht die gleiche Grundschule besuchen wird ihre Weggemeinschaft auseinandergerissen und eine Möglichkeit zur Abnabelung von den Eltern auf dem Weg zur Selbständigkeit beschnitten.
Kinder im Grundschulalter haben wenig Verständnis dafür, wenn ihre Familie nicht zur eigenen Schule kommt, weil die Schule eines Geschwisterkindes am gleichen Tag eine schulische Veranstaltung durchführt.
Schulen brauchen engagierte Eltern. Es ist zu bezweifeln, dass Eltern mit mehreren Kindern im Grundschulalter ausreichend Zeit und Kraft für die ehrenamtliche Mitarbeit in mehreren Schulen haben.

Heben Sie die Schulverbünde auf, denn die Messung der Entfernung zwischen Wohnort und Schule ist ein ausreichendes Kriterium. Es wird wiederholt davon berichtet, dass Wohnorte dichter an Schulen eines anderen Schulverbundes liegen, als an der ihnen zugeteilten Schule.

Lassen Sie den Besuch der Vorschulklasse als Kriterium gelten, denn es ist pädagogisch sinnvoll, dass Kinder die bereits die Vorschule besuchen dort auch in die erste Klasse eingeschult werden. Sie haben sich bereits an die spezifischen schulischen Gegebenheiten, Mitschüler und Lehrer dieser Schule gewöhnt.

Bitte teilen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema mit! Geben Sie unsere Argumente weiter und informieren Sie uns, wer für die notwendigen Entscheidungen zuständig ist, damit wir uns an ihn wenden können, bzw. entscheiden Sie entsprechend.
Herzlichen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Der Elternrat der Schule Fahrenkrön

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Antwort von
SPD

Sehr geehrte Frau Wohlrab,
sehr geehrte Elternratsmitglieder der Schule Fahrenkröhn,

für Ihr Schreiben vom 3.4. bedanke ich mich. In diesen Tagen gibt es zahlreiche Beschwerden dieser Art, weil Schulverbünde die behördliche Auflage haben, Grundschulklassen mit hoher Klassenfrequenz zu organisieren, damit Standorte mit zu wenigen Schülern aufgegeben werden können. Die SPD Fraktion hat sich seinerzeit gegen diese Schulverbünde ausgesprochen. Aber da die "Grundschulsprengel" oder, anders ausgedrückt, die Einzugsbereiche der Grundschulen frei gegeben wurden, muss es eine Steuerung geben, wenn eine Schule zu wenige oder zu viele Anmeldungen hat. Pervers ist natürlich, wenn dies dazu führt, dass Geschwisterkinder auseinander gerissen und gegen den Willen der Eltern an verschiedenen Grundschulen unterrichtet werden. Dass dies nicht so sein muss, zeigen die Beratungsergebnisse zahlreicher Grundschulverbünde. Aber es gibt eben auch Ihr Beispiel und das einiger anderer Schulen. Meine Kollegin Boeddinghaus hat dazu soeben eine kleine Anfrage eingereicht, in der sie den Senat ersucht, sämtliche vergleichbaren Fälle zu benennen. Gerne sende ich Ihnen diese Anfrage mit der in einigen Tagen zu erwartenden Antwort zu.

Ich kann Ihnen nur raten, Widerspruch gegen die Geschwister unfreundliche und Familien benachteiligende Entscheidung Ihres Grundschulverbunds einzulegen. Ich glaube, dass dies Erfolg hat.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Lein, SPD,