Warum lehnen Sie Wehrpflicht und Investition in Militär und Verteidigung ab?
Sehr geehrte Frau Lemke,
wir stimmen beim Kandidierendencheck in fast allen Punkten überein, nur bei den militärischen Punkten nicht. Ich verstehe, dass Die Linke einen Friedensansatz verfolgt. Ich teile die sozialen Gedanken der Linken. Aber eine vorhandene und eher zunehmende militärische Gefahr für Deutschland und Europa sind doch nicht von der Hand zu weisen, oder?
Bei allem Wunsch nach Frieden und allem Sozialdenken, das können wir doch nicht ignorieren? An militärischer Stärkung, nicht für aktiven Einsatz, sondern als Vorbereitung, zum Schutz, geht doch kein Weg vorbei?
Vielen Dank!

Das Problem mit Militarisierung und Aufrüstung, auch wenn sie alleine für den eigenen Schutz gedacht ist, ist, dass man sich damit in eine Aufrüstungsspirale begibt. Es gibt immer mehr Militär, immer mehr Übungen und damit Provokationen und die Welt wird damit unsicher und die Gefahr eines Krieges steigt immer weiter.
Ich bin der festen Überzeugung, dass der richtige Weg ist, dass wir uns mit unseren Gegnern zusammensetzten und Abrüstungsabkommen vereinbaren. Es gibt aus der Geschichte des kalten Krieges sehr viele gute Beispiele, wie diese funktionieren können und auch überprüft werden können. In der jetzigen Zeit sind die Bedingen dafür theoretisch sogar noch besser, weil die wirtschaftlichen Verstrickungen der Welt noch stärker sind und weil Überprüfungen aufgrund der einfachen Verfügbarkeit von Satellitenaufnahmen deutlich vereinfacht sind. Das ist kein einfacher Weg, man muss sich viel mehr mit den Interessen der anderen Auseinandersetzen und nicht alles an Abkommen wird toll, aber es ist der richtige Weg zu einer sichereren Welt.