Was wollen Sie für den Ausbau des ÖPNV und der Radwege tun?
Sehr geehrter Frau Stahr,
was wollen Sie für den Ausbau des ÖPNV und der Radwege tun? Straßen bei uns in Steglitz-Zehlendorf werden andauernd aufgegraben. Geschützte Radwege, besseres Straßendesign wie gehobene Bürgersteige auf Kreuzungen oder eine sonstige Verbesserung der aktuellen Situation kommt dadurch aber nie.

Guten Tag und vielen Dank für Ihre Frage!
Tatsächlich ist der Ausbau des ÖPNV und einer sicheren Fahrradinfrastruktur ein Anliegen, das mir nicht nur, aber besonders hier bei uns am Stadtrand sehr am Herzen liegt - denn nur, wenn wir auch außerhalb des S-Bahnrings eine attraktive Alternative zum Auto schaffen, werden sich mehr Menschen entscheiden, auf ÖPNV und/oder Fahrrad umzusteigen.
Als ich zwischen 2016 und 2021 Landesvorsitzende der Grünen in Berlin war, konnte ich die Entwicklung des Mobilitätsgesetzes eng begleiten. Dieses Gesetz war ein Meilenstein für den Ausbau von ÖPNV und sicherer Radinfrastruktur. Um so dramatischer, dass der schwarz-rote Senat nun Schritt für Schritt versucht, diese Errungenschaften wieder abzuschaffen. Dennoch haben wir in Steglitz-Zehlendorf dank bündnisgrünen Engagements und insbesondere dank der Arbeit unseres Verkehrsstadtrats Urban Aykal einiges erreicht. Hier nur einige Beispiele:
An der Potsdamer Chaussee stadteinwärts und Unter den Eichen stadtauswärts wurde jeweils auf einem ersten Stück eine Fahrbahn/Parkspur in einen Radstreifen umgewandelt; an der Kaiser-Wilhelm-Straße, der Attilastraße, dem Steglitzer Damm und der Albrechtstraße wurden mehrere Kilometer neue Radfahrstreifen geschaffen, in Teilen der Leonorenstraße und Clayallee wurden die Hochbordradwege saniert/asphaltiert, Am Eichgarten in Lankwitz/Steglitz wurde ein getrennter Rad- und Gehweg geschaffen. Der Königsweg wurde zwischen Hohentwielsteig und Anhaltiner Str. als wichtiger Lückenschluss für den Radverkehr saniert und die erste Fahrradstraße von Zehlendorf eingerichtet. Mit der Sanierung und damit einer neuen Aspahltdecke bietet der Rad- und Fußweg an der Pfaueninselchaussee nun über 2,5km guten Komfort insbesondere für Radfahrende. Für weitere Informationen kann ich Ihnen die Instagram-Seite unseres Stadtrats ans Herz legen, wo er stetig über neue Entwicklungen informiert: https://www.instagram.com/urbanaykal
Dennoch: auch mir geht der Ausbau nicht schnell genug. Ich bin mir sicher: hätten wir auf Berliner Ebene weiterhin eine bündnisgrüne Regierungsbeteiligung, wären wir beispielsweise an der Thielallee auch schon deutlich weiter. Denn der Bezirk allein kann hier nicht alles schaffen, es braucht auch den entsprechenden politischen Willen und Investitionen auf Landesebene.
Aber auch auf Bundesebene werde ich mich weiter für einen Ausbau der Fahrradinfrastruktur und einen besseren ÖPNV einsetzen. Mit dem 9-Euro Ticket, inzwischen Deutschlandticket, haben wir einen großen Sprung bei der Zugänglichkeit und Vereinfachung des ÖPNV gemacht. Ich werde mich für einen Erhalt zu einem günstigen Preis einsetzen, sowie für eine engere Taktung und Barrierefreiheit.
Außerdem setze ich mich dafür ein, dass gerade hier am Stadtrand neue Wege beim ÖPNV beschritten werden. In den kommenden Jahren wird aufgrund der Entwicklungen des autonomen Fahrens und der künstlichen Intelligenz zum Beispiel mit Blick auf effiziente Rufbussysteme viel mehr möglich sein, so dass beispielsweise ältere Menschen, für die der Weg zur Bushaltestelle zu weit ist, auch den ÖPNV nutzen können. Hier Geld in die Forschung und in die Etablierung neuer Systeme zu investieren, halte ich für essentiell und werde mich dafür stark machen.
Ich hoffe, meine Antwort konnte Ihnen weiterhelfen!
Herzliche Grüße,
Nina Stahr