Sehr geehrter Frau Dr. Scheer, wie will die SPD die steuerfinanzierten Kosten der Überproduktion von Solarstrom verhindern/stoppen?
Am Mi. 19.09.24 lief in der ARD Plusminus. Hier der Link :
https://www.ardmediathek.de/video/plusminus/plusminus-vom-18-september-2024/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3BsdXNtaW51cy8yMDI0LTA5LTE4XzIxLTQ1LU1FU1o
Wenn dem so ist, wundert es mich nicht, wenn die AFD bald das Sagen hat. Wie kann die Politik so einen Wahnsinn zulassen? Anlagen werden gefördert und beworben, die wichtigeren Speicher jedoch nicht? Überkapazitäten müssen gegen steuerfinanziert(!) abgegeben werden.
Bitte ändern Sie diesen Irrsinn, damit ich meinen Glauben an eine vernünftige, sachorientierte Politik nicht verliere. Ich werde sicher nicht zur AFD wechseln, aber über "ungültig" wählen habe ich schon nachgedacht.
Mit hoffnungsvollen Grüßen,
Sebastian L.

Sehr geehrter Herr L.
Mit den am 31.01.2025 mit den Stimmen von SPD, Grünen und CDU/CSU verabschiedeten Energiegesetzen wurde auch ein Gesetz zum Umgang mit sog. Solarspitzen beschlossen. Damit wird mehr Steuerung erreicht.
Es wäre hingegen nicht sinnvoll, die Förderung in Frage zu stellen, wenn sie zugleich benötigt wird, um den Umstieg auf Erneuerbare Energien, entsprechende Investitionsanreize, organisiert zu bekommen. Gleichwohl gehört zum benötigten systemischen Umstieg unbedingt dazu, mehr Speicher, mehr Flexibilitäten einzubinden, womit Flauten und Spitzen abgefangen werden können.
Auch dynamische Stromtarife, die bereits gesetzlich verpflichtend ab 2026 geregelt sind, werden helfen, die Spitzen abzufangen. Ebenfalls für die betreffende Anforderung dienlich ist eine Regelung zu „Nutzen statt abschalten“, die wir mit der Ampel geschaffen haben, um die Strommengen, die nicht mehr von den Netzen aufgenommen werden können, für Wärmegewinnung oder für Wasserstoffgewinnung zu verwenden. Dies hat dann auch gleich einen sektorkoppelnden Effekt.
Im Sinne des benannten systemischen Umstiegs wird es noch weiterer Bausteine für ein Strommarktdesign auf Basis Erneuerbarer Energien bedürfen.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Scheer