Frage von Birgit B. •

Was planen Sie um ein besseres Miteinander von Autofahrer*innen, Radfahrer*innen und Fußgänger*innen zu fördern?

Portrait von Katharina Fegebank
Antwort von
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau B.,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. 

Wir setzen uns dafür ein, alle Formen der Mobilität in Hamburg besser zu machen und wollen damit dafür sorgen, dass die Hamburger*innen insgesamt schneller und komfortabler unterwegs sind. Das bedeutet auch, dass wir uns für alle Formen der Mobilität einsetzen und Verbesserungen anstoßen – unter anderem bauen wir Fuß- und Radwege stark aus: In der letzten Legislatur haben wir beispielsweise dreimal so viele neue Radwege gebaut, wie in der Legislaturperiode zuvor. Das wollen wir ambitioniert weiterführen und jährlich 80 bis 100 Kilometer Fußwege erneuern und 100 km Radwege neu bauen oder sanieren. Wichtig ist uns dabei, dass die Fuß- und Radwege breit und komfortabel sind, sodass auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen dort gut unterwegs sein können und Konflikte zwischen den Verkehrsarten vermieden werden. Außerdem bauen wir Radwege überall wo es möglich ist baulich von Straße und Fußwegen getrennt. Auch das verbessert das Miteinander der verschiedenen Verkehrsarten und erhöht sowohl die gefühlte, als auch die tatsächliche Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden, da die Radfahrer*innen eine eigene Spur haben. Weitere wichtige Bausteine für ein gutes Miteinander im Verkehr sind unter anderem unsere Hamburger Fußverkehrsstrategie, angemessene Geschwindigkeiten des Pkw-Verkehrs, Geschwindigkeitsüberwachung und die Einrichtung von Schulstraßen.
Die gerade in der Ausarbeitung befindliche Fußverkehrsstrategie für Hamburg nimmt den Fußverkehr in den Fokus und umfasst gezielte Maßnahmen sowie Pilotprojekte, in denen innovative Konzepte ausprobiert werden können. Dazu gehören zum Beispiel Fußgängerüberwege über Radwege, fußgängerfreundliche Ampeln oder Schulstraßen. Letztere sind ein Mittel, um Konflikte zwischen Elterntaxis und zu fußgehenden oder Rad fahrenden Kindern auf dem Schulweg zu vermeiden. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit brauchen wir außerdem deutlich mehr Tempo 30, insbesondere im nachgeordneten Netz. Gerade dort, wo kein Platz für eine Radverkehrsanlage ist, soll eine Anordnung von Tempo 30 geprüft werden. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen dann von der Polizei kontrolliert und geahndet werden. Ein gutes Miteinander von Autofahrer*innen, Radfahrer*innen und Fußgänger*innen ist zuletzt aber vor allem von einem Punkt abhängig: von der konsequenten Umsetzung der Mobilitätswende in Hamburg. Denn die Stadtbevölkerung wächst und die Flächen, die wir für den Verkehr zur Verfügung haben, sind begrenzt. Daher brauchen wir effiziente Formen der Mobilität, um die Menschen gut von A nach B zu bringen – und genau deswegen bauen wir unseren öffentlichen Nahverkehr aktuell so stark aus wie noch nie. In den nächsten 20 Jahren wollen wir mindestens 36 neue Bahnhöfe in allen Teilen der Stadt bauen und zehntausende Hamburger*innen besser an den öffentlichen Nahverkehr anschließen. Wir wollen eigene Busspuren einrichten und bei Bedarf ein Stadtbahnnetz entwickeln. Der Ausbau vom ÖPNV wird ergänzt von der Stärkung des Rad- und Fußverkehrs – und davon wiederum profitiert auch der Autoverkehr. Denn je mehr Menschen den ÖPNV oder das Fahrrad nutzen, desto mehr Platz gibt es auf den Straßen für diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind. Diese Entwicklung zeigt sich schon jetzt auch in Zahlen: denn der Zeitverlust durch Staus konnte in Hamburg seit 2019 um etwa 10% gesenkt werden. Außerdem ist die Zahl der privaten Autos in Hamburg trotz steigender Bevölkerung im Vergleich zu 2021 zurückgegangen.

Ich hoffe, ich konnte damit Ihre Frage beantworten und verbleibe 

mit herzlichen Grüßen!

 

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