Warum ist Abrüstung kein Thema mehr? Könnte ein Verzicht auf die Ukraine in der NATO einen solchen Weg nicht gangbar machen?
Ich war bei der Veranstaltung mit Herrn Müzenich (super!) und der Obersozialdemokratin von SH, die mich sehr erschreckt hat, weil ihre Hauptsorge war, dass die Brücken und Autobahnen nicht in einem Zustand sind, der Militärtransporte von Bremerhaven an die Ostgrenze zulässt. Mein Friedensplan: Infrastruktur weiter verfallen lassen - und Zweitstimme an das bsw.
LG, Stefan S.

Sehr geehrter Herr S.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Abrüstung ist und bleibt für die SPD ein wichtiges sicherheitspolitisches Thema. Unsere Position basiert auf einer realistischen Einschätzung der aktuellen geopolitischen Herausforderungen.
Unsere Kernargumente sind:
- Frieden kann nur aus einer Position der Stärke heraus gesichert werden
- Militärische Stärke und Diplomatie sind zwei Seiten einer Medaille
- Wir setzen auf Rüstungskontrolle statt Abrüstung
Konkrete Maßnahmen der SPD zur internationalen Sicherheit:
- Investitionen in Verteidigung auf mindestens 2% des BIP
- Stärkung der NATO als Friedensgarant
- Konstruktive Ansätze zur Begrenzung strategischer Nuklearwaffen
- Diplomatische Lösungen in internationalen Konflikten
Unser Ziel ist es, Sicherheit durch Dialog und Stärke zu gewährleisten. Dies bedeutet:
- Verteidigungsfähigkeit erhalten
- Gleichzeitig Gesprächskanäle offenhalten
- Deeskalation und Verhandlungen fördern
Wir bleiben der Überzeugung treu: Frieden wird nicht durch Schwäche, sondern durch Standhaftigkeit und Dialogbereitschaft erreicht.
Die Frage nach einem Verzicht auf die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine ist hochkomplex. Unsere Position ist klar: Ein Verzicht würde russische Aggressionen nicht stoppen, die Souveränität der Ukraine ist nicht verhandelbar und wir stehen zu unserer völkerrechtlichen Verantwortung. Zentrale Argumente gegen einen solchen Verzicht: Ein Zugeständnis an Russland würde internationale Rechtsordnung untergraben, es würde ein fatales Signal für andere Staaten bedeuten und die Sicherheit Osteuropas wäre massiv gefährdet.
Wenn Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an mein Team oder an mich unter bengt.bergt.wk@bundestag.de oder bengt.bergt@bundestag.de.
Mit freundlichen Grüßen
Bengt Bergt
Bundestagsabgeordneter