Portrait von Werner Langen
Werner Langen
CDU
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Werner Langen zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.
Frage von Michael G. •

Frage an Werner Langen von Michael G. bezüglich Innere Sicherheit

Meine Frage vom 14.03.2011, Ihre Antwort vom 16.08.2012

Sehr geehrter Herr Dr. Langen,

ich beziehe mich insbesondere auf die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Prognos-Studie ( http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/13/106/1310698.asc ) die 1992 die möglichen Schäden auf 5.000 Milliarden Euro taxierte sowie auf eine aktuelle Studie der Versicherungsforen Leipzig GmbH ( http://www.bee-ev.de/_downloads/publikationen/studien/2011/110511_BEE-Studie_Versicherungsforen_KKW.pdf ), die 2011 eine potenzielle Schadensumme von 6.000 Milliarden Euro ermittelte.

Europaweit ist gemäß der Pariser Konvention ( http://www.admin.ch/ch/d/ff/2007/5471.pdf ) nur eine Mindestdeckung von 700 Millionen Euro vorgeschrieben. Das entspricht der marktüblichen Haftpflichtversicherung von 7 PKW in Deutschland...

Natürlich ist die Gefahr von Erdbeben und Tsunamis in Europa deutlich geringer. Aus geologischer Sicht ist das „vernichtende“ Beben von Basel 1356 allerdings noch nicht lange her und auch das Erdbeben von Friaul 1976 hat man, ebenso wie ein derart starkes Beben letztes Jahr in Japan, nicht erwartet. Außerdem dürfen wir nicht den Faktor des menschlichen Versagen ausblenden, der bereits 1979 in Harrisburg (U.S.A.) eine Kernschmelze verursachte.

Wie sie korrekt fest gestellt haben, besteht das Problem trotz Energiewende in Deutschland in Europa weiter. Die Tatsache, dass ein schwerer atomarer Unfall weltweit Gegenstand von Analysen und Beiträgen ist, ändert leider noch nichts am bestehenden Missstand; was wir brauchen sind konkrete Lösungen. Welche Mindesthaftpflichtversicherungssumme halten Sie für angemessen? Könnten Sie sich bitte für eine europaweite Erhöhung der Mindesthaftpflichtversicherungssumme von AKW-Betreibern einsetzen?

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
Micha Greif

Portrait von Werner Langen
Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr Greif,

natürlich haben Sie Recht, dass man den Faktor "menschliches Versagen" nicht ausschalten kann. Dies ist immer Teil der kulturellen, menschlichen und historischen Entwicklung gewesen, dass neue Risiken neue Vorsorge und Sicherheitsmaßnahmen erfordern. Mit Versicherungen kann man die eventuell vorhandenen Risiken nicht beseitigen, sonder nur mit technischen Maßnahmen oder einem Verzicht. Dass bereits 1992 der Maximalschaden auf 5 Bio. Euro (!) geschätzt wurde, wage ich zu bezweifeln. Über die Pariser Konvention wird man reden müssen. Ich empfehle Ihnen eine Anfrage an EU-Energiekommissar Günther Oettinger.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Langen