Sind Sie bereit, mit uns gemeinsam unsere wertvollen und einzigartigen Naturschutzgebiete im Südharz vor dem Abbaggern von Gips zu schützen und damit wirklich nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen?
Wie Sie wissen, schielt die Firma KNAUF auf die letzten halbwegs intakten (und geschützten!) Landschaften, weil sie hier unseren wunderschönen "grünen" Gipskarst für Naturgips abbaggern will, den sie dann als Rigips weltweit gewinnbringend verkauft.
Das wäre in jeder Hinsicht eine Katastrophe.
Leider sind Landrat Schröder und die UNB dafür und wissen auch die Landesregierung hinter sich.
Bürger aus dem Südharz haben eine Bürgerinitiative gegründet: Pro Südharz - Gegen Gipsabbau - Für Naturschutz, https://pro-südharz.de, es läuft eine Petition:
https://innn.it/stoppt-den-geplanten-gipsabbau-rettet-die-sudharzer-kar…
Wir fordern: Kein Abbaggern unserer Naturschutzgebiete! GRIPS STATT GIPS!
Mit Grips meinen wir, dass es jetzt schon möglich ist, nachhaltige Äquivalente zu Gipsplatten herzustellen! Das schafft auch Arbeitsplätze, hier im Kreis! Der Gips ist weit mehr als ein Umweltthema!
Wir brauchen dafür "nur" politischen Willen - auch Ihren!
Sind Sie dabei, Herr Redlich?

Liebe Frau S.,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich liebe die Natur und unsere Heimat. Statt Polemik und Zerrbildern vom "Abbaggern unserer Naturschutzgebiete" brauchen wir eine fundierte inhaltliche Debatte und ausgewogene Abwägungen. Meine Postion ist klar: Wir müssen unsere Heimat gemeinsam lebenswert gestalten. Dazu gehört es, Natur und Wirtschaft der Region gleichermaßen zu erhalten.
Als Ihr lokal verantwortlicher Abgeordneter setze ich mich genau dafür ein. Ich war beim Heimatverein, habe mir die Argumentation von Pro Südharz - Gegen Gipsabbau - Für Naturschutz angesehen und habe ein gemeinsames Gespräch mit Vertrerinnen und Vertretern des Unternehmens KNAUF initiiert: "Die geplanten Probebohrungen im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz beschäftigen die Menschen der Region. Der Landtagsabgeordnete Matthias Redlich (CDU) hat dies zum Anlass genommen, um seine Kolleginnen und Kollegen zu einem parteiübergreifenden Gespräch bei der Knauff Deutsche Gipswerke in Rottleberode einzuladen. Die Landtagsabgeordneten Wolfgang Aldag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Kathrin Tarricone (FDP), Dr. Andreas Schmidt (SPD) und Matthias Redlich (CDU) haben sich dabei über die Pläne und Zukunftsperspektiven des Standorts informiert." Ich bin kontinuierlich auch im Gespräch mit dem Landrat und war bei dessen Informationsveranstaltung zur Erklärung der Abwägungen der Entscheidung und habe das Thema Gips mehrfach im Landtag angesprochen. In der Mitteldeutschen Zeitung habe ich mich ebenso mehrfach geäußert. Ja, ich bin dabei mich für unsere Heimat einzusetzen, die Natur zu schützen und gleichzeitig weiter wirtschaftliches Tätigsein zu ermöglichen.
Seit Anfang der 90er Jahre ist Knauff Deutsche Gipswerke ein fester und verlässlicher Bestandteil der Wirtschaftslandschaft in der Region. Der Gipsabbau ist durch den erweiterten Betriebsplan von 2019 langfristig gesichert. Aktuell plant das Unternehmen weitere Lagerstätten zu erkunden, weshalb Probebohrungen im Biosphärenreservat durchgeführt werden sollen. Der Antrag befindet sich in der Prüfung und hat eine breite Diskussion ausgelöst.
Gips wird für die Bauindustrie immer bedeutender und ist für diese ein ökologisch nachhaltiger Baustoff. Angeführt wird, dass das REA-Gips-Angebot aufgrund des Ausstiegs aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 in Deutschland gänzlich zum Erliegen kommen wird. Mineralische Rohstoffe wie Kies, Sand oder Gips müssten gemäß der Bauindustrie nicht aus anderen Ländern mit unklaren Umwelt- und Arbeitsbedingungen importiert werden, wenn wir unseren Bedarf ökologischnachhaltig aus heimischen Vorkommen deckten. Von der Industrie wird ein steigender Gipsbedarf als Baustoff gesehen. Um die heimischen Wertschöpfungsketten der Gipsindustrie zu erhalten, erachtet die Industrie eine Steigerung der Naturgipsgewinnung als notwendig. Die Sicherung von Rohstofflagerstätten hat auch im Land Sachsen-Anhalt eine hohe Priorität.
Im Land Sachsen-Anhalt stellen wir derzeit den Landesentwicklungsplan (LEP) neu auf. Damit werden für die nächsten Jahrzehnte strategische Festlegungen getroffen. Mit Probebohrungen erlangen wir mehr Gewissheit über mögliche Rohstoffvorkommen. Für eine angemessene Abwägung von Umweltschutz und öffentlichen Belangen der Rohstoffsicherung sind solche verlässlichen Daten eine wichtige Grundlage. Probebohrungen im Südharzer Karst müssen die Belange des Naturschutzes beachten und so umweltschonend wie möglich erfolgen. Diese bedeuten keine Abbaugenehmigung, liefern aber wichtige Information für eine fundierte Abwägung weiterer Entscheidungen.
Sehr gern können wir auch in den persönlichen Austausch treten. Ich bin ansprechbar und gesprächsbereit.
Mit besten Grüßen
Matthias Redlich