Unterstützung der Ukraine- Wie stehen sie zu Waffenlieferungen, der Nato und dem Konflikt zwischen dem Westen und der Achse Moskau-Beijing?
In ihrem Programm findet sich kein spezifischer Punkt zum russischen Krieg in der Ukraine. Wie stehen sie zu Waffenlieferungen, der Nato und dem Konflikt zwischen dem Westen und der Achse Moskau-Beijing?
Vielen Dank im Voraus, J. E.

Lieber Johannes,
Wir stehen fest an der Seite der Ukraine und setzen uns für eine umfassende militärische und finanzielle Unterstützung ein. Waffenlieferungen müssen ohne Einschränkungen erfolgen, da jede Begrenzung die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine schwächen würde. Unser Ziel ist es, dass Deutschland und Europa unabhängig von den USA in der Lage sind, die Ukraine effektiv zu unterstützen. In diesem Zusammenhang befürworten wir auch die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern, da diese eine erhebliche Schwächung der russischen Kriegsführung ermöglichen. Eine Eskalation durch Russland halten wir für unwahrscheinlich, weshalb es notwendig ist, klare Kante zu zeigen. Gleichzeitig setzen wir auf eine diplomatische Lösung, jedoch nur zu Bedingungen, die von der Ukraine selbst bestimmt werden. Russland darf erst dann als Verhandlungspartner agieren, wenn es bereit ist, die Souveränität der Ukraine uneingeschränkt anzuerkennen. Daher unterstützen wir militärischen Druck, um Russland an den Verhandlungstisch zu zwingen.
In Bezug auf die NATO stehen wir klar hinter ihr. Sie bildet das Fundament unserer Sicherheitspolitik, und wir tragen aktiv zu ihrer Stärke bei. Deutschland muss seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen, sich konsequent an NATO-Übungen und Missionen beteiligen und eine tragende Rolle in der kollektiven Verteidigung sowie der nuklearen Abschreckung spielen. Ein Austritt aus der NATO ist für uns undenkbar, da er unsere Sicherheit und die unserer Partner massiv gefährden würde.
Wir sind überzeugt, dass Deutschland seine wirtschaftlichen Abhängigkeiten von autoritären Staaten wie Russland und China drastisch reduzieren muss. Strategische Autarkie ist für uns von zentraler Bedeutung, insbesondere in den Bereichen Energie, Rüstung und Kommunikationstechnologie. In einer Welt, die von globalen Wirtschaftsschocks und regionalen Konflikten geprägt ist, setzen wir auf eine starke Abschreckungspolitik. Besonders im Hinblick auf China und die Taiwan-Frage ist es entscheidend, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern in Europa und der freien Welt eine klare sicherheits- und wirtschaftspolitische Strategie verfolgen. Unser Ansatz ist eindeutig: Wir setzen auf Abschreckung, Autarkie und strategische Unabhängigkeit. Nur so können wir Deutschlands Sicherheit garantieren und eine stabile Zukunft in einer unsicheren Welt sichern.
Beste Grüße
Lukas