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Frage von Malte G. •

Wie sollte ihrer Meinung nach ein Vermögenssteuer aussehen?

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Vielen dank für die Frage.

Eine Vermögenssteuer wäre so gestaltet, dass der jeweilige Steuersatz mit der Größe des Vermögens steigt. Es gäbe einen hohen Freibetrag um zum Beispiel die selbst bewohnte Immobilie nicht zu belasten.  Ziel einer solchen Steuer ist es, die Menschen mit großen Vermögen stärker an der Finanzierung der gesellschaftlichen Aufgaben zu beteiligen. Kein Mensch kann so viel arbeiten, dass ihm das 50-fache und mehr des Durchschnitts zusteht. Arbeit darf nicht weiter höher besteuert werden als Vermögen.   

Das, was in der Presseerklärung unten beschrieben ist, darf es nicht weiter geben.

4. Januar 

Nach nur 3 Tagen und 10 Stunden – haben die Bosse der DAX-Konzerne durchschnittlich das Jahreseinkommen von Vollzeit-Beschäftigten erhalten.

Heute, am 4. Januar – nach nur 3 Tagen und 10 Stunden – haben die Bosse der DAX-Konzerne durchschnittlich das Jahreseinkommen von Vollzeit-Beschäftigten erhalten. Um so viel zu verdienen wie ein DAX-CEO in einem Jahr, müssten Beschäftigte durchschnittlich 106 Jahre arbeiten – zweieinhalb komplette Arbeitsleben. Der Vorsitzende der Partei Die Linke, Jan van Aken fordert, Managergehälter auf das 20-fache des niedrigsten Gehalts im Unternehmen zu deckeln und erklärt:

Die CEOs der 40 DAX-Konzerne lassen es sich mal wieder richtig gut gehen: 2023 hat jeder von ihnen durchschnittlich 5,7 Millionen Euro bekommen - neun Prozent mehr als im Vorjahr. Ausgerechnet der VW-Chef Oliver Blume ist Bestverdiener unter den Dax-Bossen: Er hat 2023 10,3 Millionen Euro bekommen - 17 Prozent mehr als im Vorjahr (2022: 8,8 Millionen). Damit verdient er in weniger als zwei Tagen das deutsche Durchschnittsgehalt. In der Zeit hat er sich nicht mal von der Neujahrsparty erholt! Und womit hat Oliver Blume das verdient? Indem er tausende Jobs in den VW-Werken kürzt, ganze Werke schließt und ein Management leitet, das die ökologische Transformation vollständig verschlafen hat. 

Diese enorme Ungerechtigkeit können wir uns nicht gefallen lassen! Wir brauchen endlich eine Begrenzung von Managergehältern. Wenn wir als Grundlage das 20-fache des niedrigsten Gehalts in einem Konzern nehmen – dann ist das auch ein Anreiz, die eigenen Leute besser zu bezahlen. 

Die DAX-Chefs feiern sich selbst, auf Kosten der Gesellschaft! Während VW-Chef Blume in zwei Tagen mehr verdient, als eine Krankenschwester in zwei Jahren, sparen seine Manager an Jobs und verschlafen die Klimawende. Und die Bundesregierung schaut tatenlos zu!

Kein Manager sollte das 20-fache des kleinsten Gehalts im Unternehmen verdienen dürfen. Und wer vom Staat Geld bekommt, muss mit Steuergeldern verantwortlich umgehen.

Statt Millionengehälter für einzelne braucht es Millionen für Bildung, Gesundheit und Klimaschutz. Es ist Zeit, die soziale Schere zu schließen und öffentlichen Reichtum für alle zu schaffen. Kein Mensch sollte Reichtum anhäufen können, der in 1000 Leben nicht auszugeben ist. 

  • Managergehälter auf das 20-fache des niedrigsten Gehalts im Unternehmen deckeln (inkl. Tochterunternehmen).
  • Unternehmen dürfen keine Dividenden ausschütten, wenn sie Staatshilfen erhalten haben. Staatliche Förderung muss an Tariftreue gebunden sein und zur Ausweitung von Mitbestimmung im Betrieb und öffentlichen Anteilen führen.
  • Die Vermögensteuer muss wieder eingeführt werden. Unser Steuersatz ist progressiv, steigt also mit höheren Vermögen: ab einer Million 1 Prozent, ab 50 Millionen 5 Prozent. Für Vermögen oberhalb der Grenze von 1 Milliarde Euro legen wir einen Sondersteuersatz von 12 Prozent fest – die Milliardärsteuer.
  • Erbschaften gerecht besteuern. Die Steuerschlupflöcher bei der Erbschaftsteuer müssen geschlossen werden. Vergünstigungen bei Unternehmensvermögen und großen Wohnungsbeständen sollen entfallen.