Wie will die AFD sicherstellen, dass die zum Jahr 2030 300.000 fehlenden Fachkräfte (nur für Schleswig-Holstein) ausgebildet werden? Oder doch auch aus anderen Ländern abwerben? Wie in den 50/60/70ern

Die Frage der Behebung des Fachkräftemangels sollte unbedingt getrennt werden von der Migrationsfrage.
Die Migration kulturfremder Einwanderer seit der unterlassenen Grenzschließung der Bundeskanzlerin Merkel im Jahr 2015 hat zu derart schwerwiegenden und der einheimischen Arbeitnehmerschaft nicht länger zumutbaren Problemen geführt, dass diese Lösung bei einer Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile eindeutig zu unterbleiben hat. Deutschland hat seither etwa 2 ½ Millionen Migranten aufgenommen, ohne dass es bisher gelungen ist, diese vernünftig in unser Sozial- und Arbeitsleben zu integrieren. Außerdem ist es moralisch nicht vertretbar, den Herkunftsländern ständig Kohorten junger, arbeitsfähige Männer zu entziehen, die in ihrer Heimat zur Weiterentwicklung des Landes dringend benötigt werden.
Weitere Migration steht also zur Beseitigung des Fachkräftemangels nicht zur Verfügung. Zunächst muß festgehalten werden, dass die beruflichen Kenntnisse der Migranten zu einem weit überwiegenden Anteil nicht den Anforderungen des hiesigen Arbeitsmarktes standhalten. Es kommen eben nicht oft die eigentlich gewünschten Fachkräfte. Dieses Problem muss also in erster Linie durch eine Aus- und Fortbildung der bereits vor Ort lebenden Einwanderer angegangen werden, die derzeit unter Berücksichtigung der deutschen Staatsbürger mit Migrationshintergrund zu mehr als der Hälfte Bürgergeld beziehen. Es fragt sich, warum es bisher nicht gelungen ist, diese Gruppe hinreichend zu integrieren. Wenn man auf diesem Weg fortschreiten würde, wird – mangels des Beweises des Gegenteils – auch die Integration der künftig neuen neuen Migranten ebenso wenig gelingen wie bisher.
Ein weiteres Reservoir sind die zurzeit knapp 3 Millionen Arbeitslosen, die man durch Fortbildungs- und Ausbildungsmaßnahmen wieder an das hiesige Erwerbsleben heranführen muss. Hier sind bei weitem noch nicht alle Möglichkeiten der beruflichen Förderung und Wiedereingliederung genutzt.
Als dritten Punkt müssen insbesondere die Arbeitsbedingungen für die rund 100.000 junger, besonders gut ausgebildeter Menschen hier bei uns verbessert werden, die jährlich unser Land verlassen. Hier geht es zum einen um eine bessere Wertschätzung der hiesigen Erwerbsarbeit, aber auch um eine sinnvolle Erleichterung der Berufstätigkeit für die hiesigen Fachkräfte, etwa in Gestalt von deutlichen Steuererleichterungen. Die Zahl junger deutscher Auswanderer muß unbedingt verringert werden.
Auch wenn diese drei Lösungsmodelle nicht unbedingt innerhalb der kommenden fünf Jahre zu einer vollständigen Lösung des Problems führen werden, müssen die verbleibenden Leerstellen gesellschaftlich getragen und hingenommen werden. Anders als bei einer Fortsetzung der ungeregelten Massenmigration, die gerade den Wettbewerb der hiesigen Arbeitnehmer in den unteren Lohngruppen um ihre Arbeitsplätze verschärfen und mittelfristig die Nachfrage nach günstigem Wohnraum erhöhen dürfte, wird das etwa im nächsten Jahrzehnt zu verzeichnende Angebot leerstehender Arbeitsplätze zu einer erheblichen Verbesserung der Situation arbeitssuchender Menschen insgesamt führen, insbesondere auch durch eine deutliche Verbesserung des deutlich zu niedrigen Lohnniveaus.