Das Heizungsgesetz Kein Erfolg?
Sehr geehrter Herr Frei,
Sie haben geantwortet: Dass das heutige Gesetz kein großer Erfolg ist, zeigt sich am Ende auch daran, dass der Wärmepumpenabsatz von 2023 auf 2024 um knapp die Hälfte eingebrochen ist. Einer der Hauptgründe dafür ist doch wohl der Rückgang an Neubauten um mehr als 20%! - aufgrund der stark gestiegenen Bauzinsen.
Wenn Sie von Technologieoffenheit reden, dann frage ich mich welche Sie meinen. Fast alle Fachleute raten von Atommeilern ab. Frankreich hat jetzt nach 20 Jahren Bau-/Planungszeitzeit den neuen Meiler Flamanville ans Netz genommen mit den dreifachen Kosten! Und es heißt ja nicht, dass wegen dem Heizungsgesetz Forschung in andereTechnologien nicht mehr möglich ist. Frankreich setzt zudem auch auf Windkraft.
Die Frage des Endlagers haben Sie nicht beantwortet. Warum nicht gemeinsam mit der Schweiz - die haben es entschieden - grenznah zu Deutschland...in BW!
Wie die FPD reden Sie von technologieoffen - ohne auf die Wissenschaft/Physik zu hören.
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Sehr geehrter Herr K.,
zum Schweizer Endlager kann ich mir kein Urteil erlauben. Zumal es in Deutschland ebenso ein laufendes Verfahren gibt, das auf den besten Standort abzielt und womöglich unter Sicherheitsaspekten noch bessere Gesteinsformationen identifizieren wird. Diesem Ergebnis sollte man nicht vorweggreifen. Grundsätzlich wäre es für mich aber sinnvoll, eine solche Mega-Herausforderung auch länderübergreifend gemeinsam zu organisieren, um Synergieeffekte zu generieren.
Unabhängig davon müssten vorab sehr viele organisatorische Fragen und Verantwortlichkeiten geklärt werden. Wie schwierig das in der Praxis ist, zeigt der auf Eis liegende Staatsvertrag zum Flughafen Zürich, der seit Jahrzehnten für Streit sorgt und nicht reibungslos läuft, obwohl es um ein vergleichsweise "einfaches" Thema geht. Insofern verspüre ich viel Skepsis.
Zu den Kernkraftwerken habe ich nicht von den aktuellen Generationen wie die im Bau befindlichen Meiler in Frankreich gesprochen. Uns geht es um die Forschung im Bereich der Kernfusion oder auch kleinerer modularer Systeme zukünftiger Generationen. Ich sehe dort riesige Chancen und die dürfen wir nicht an uns vorbeiziehen lassen. Die physikalischen Grundannahmen jedenfalls stehen fest.
Natürlich ist das Heizungsgesetz kein Erfolg. Im Bestand scheint niemand überzeugt. Die von Robert Habeck angekündigten 500.000 verbauten Einheiten pro Jahr werden nicht ansatzweise erreicht. Da die Ampel von 400.000 neuen Wohnungen ausgegangen ist, hätten es mindestens 100.000 neue Wärmepumpen im unverrückbaren Bestand geben müssen. Gibt es aber nicht, weil das System dort nicht passt und die Förderung nicht überzeugt.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei