Was werden Sie tun um die Landwirtschaft mit Ihren Strukturen in Sachsen zu erhalten? Was tun Sie für eine Produktionssicherheit in Bezug auf PSMzulassungen und ausreichend wirksamer Wirkstoffe?

Sehr geehrte Fragerin,
sehr geehrter Frager,
die Landwirtschaft braucht solide Wettbewerbsbedingungen und eine ausgewogene Unterstützung für konventionell wie für "ökologisch" wirtschaftende Betrieb. Das war in Sachsen zuletzt nicht so. Vermarktungsstrukturen haben wir. Andernorts ist die Vermarktung aufgrund des Wegfalls genossenschaftlicher Vermarktung nach meinem Eindruck schwieriger. Im Umland der Landeshauptstadt kommt die Möglichkeit der Direktvermarktung an den Endverbraucher verstärkt hinzu.
Die Situation bei den Pflanzenschutzmittel stellt sich schwierig dar, da insbesondere bei Stein- und meines Wissens auch beim Beerenobst auslaufende Zulassungen und die Kosten von Neuzulassungen erhebliche Probleme bereiten. Das hat vor allem mit den im Verhältnis zu den Anbauflächen/Absatzmöglichkeiten hohen Zulassungskosten in und für Deutschland zu tun.
Dies führt für die hiesigen Betriebe zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber Wettbewerbern aus dem europäischen Ausland - darüber hinaus wollen wir nicht schauen. Meines Erachtens bracht die Landwirtschat bei den Pflanzenschutzmitteln entweder eine einheitliche europäische Zulassung oder die gegenseitige Anerkennung der Zulassungen innerhalb der EU.
Ich bin selbst in einem Obstbaubetrieb aufgewachsen, den ich nach dem Tod meines Vaters (mit dem Schlepper) auch selbst geführt habe. Diese Themen sind mir daher nicht neu, aber die Lösungen lassen weiter auf sich warten.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Darmstadt