Frage an Gustav Gehrmann von Michael M. bezüglich Tourismus
Sehr geehrter Herr Gehrmann,
1. Wie stehen Sie zu den Überlegungen eine Straßenbrücke über den Rhein zwischen Bingen und Koblenz zu bauen, die den gerade erst errungenen Weltkulturerbestatus für das Mittelrheintal gefährden würde (die Gefahr besteht wie die Brückenplanung in Dresden und Hochhausplanungen in Köln zeigen)?
2. Ganz frisch ist auch der Weltkulturerbestatus des Limes. In Rheinbrohl will man ein Limesinfozentrum bauen, das vom Land gefördert wird und dort finden auch schon regelmäßig touristische Aktivitäten statt. Wie stellen Sie sich eine touristische "Erschließung" des Limes in der Neuwieder Region vor?
Mit freundlichen Grüßen
Michael Münster
Sehr geehrter Herr Münster,
1.) eine Straßenbrücke zwischen Bingen und Koblenz lehne ich grundsätzlich ab. Zum einen gebe ich Ihnen natürlich recht, dass der Status des Weltkulturerbes nicht gefährdet werdet darf. Weiterhin halte ich das Projekt aus ökologischen Gründen für nicht sinnvoll, zumal es durch die Rheinfähren durchaus die Möglichkeit gibt, die andere Rheinseite zu erreichen. Als ehemaliges Mitglied der Grünen, das aus dieser Partei wegen der verfehlten Politik der letzten Jahre ausgetreten ist, werde ich mich nun in der WASG für ökologisch und sozial sinnvolle Politik einsetzen.
2.) Grundsätzlich halte ich eine touristische Erschließung des Limes für sinnvoll, da ich es für wichtig halte, ein solches kulturelles Erbe zugänglich zu machen und die „Wurzeln unserer Zivilisation“ zu erschließen. Allerdings ist für mich auch völlig klar, dass dies unter Berücksichtigung der Maßgabe des „sanften Tourismus“, wie er in unserem Wahlprogramm steht, geschehen muss - denn auch hier dürfen ökologische Belange nicht auf der Strecke bleiben. Dies empfiehlt sich alleine deshalb, weil nur schonender Umgang mit unserem Naturerbe heute und in Zukunft eine Erwerbsgrundlage bieten kann.
Mit freundlichem Gruß
Gustav Gehrmann