Sind Sie der Meinung, dass ein c2c - Congress eine Fehlentwicklung ist und auch nicht dem BSW Wahlprogramm entspricht?
Sehr geehrter Herr Recke,
Sie führten in Ihrer Antwort vom 14.02.2025 aus:
Zitat: für die Umsetzung von cradle-to-cradle Leitlinien scheint mir der Stand der Produktivkraftentwicklung noch nicht ausreichend. Eine solche Vorstellung muss nach der Überwindung des weltweiten Hungers und der Armut auch weltweit gemeinsam begonnen werden, soll sie nicht auf Kosten von weniger entwickelten Ländern gehen.
Am 13. & 14. März 2025 findet der 9. Internationale Cradle to Cradle Congress in Berlin statt. https://c2c.ngo/event/c2c-congress-2025/
Meine Frage: Sind Sie der Meinung, dass dieser c2c - Congress eine Fehlentwicklung ist und auch nicht dem BSW Wahlprogramm entspricht?

Sehr geehrter Herr M.,
aus der Vision der C2C NGO, Jahresbericht 2020,: "Wir setzen nur noch Materialien ein, die kreislauffähig [sind] ... Wir haben das Ziel der Öko-Neutralität endlich aufgegeben und hinterlassen stattdessen einen positiven ökologischen Fußabdruck. Jetzt sind wir Menschen Nützlinge."
Das widerspricht unserem streng an sozialen und wirtschaftlichen Kriterien orientierten Wahlprogramm, welches unideologisch die Wirtschaft ressourcenorientierter und umweltschonender gestalten, aber dabei eben industriell erneut erheblich wachsen lassen will. Die Vorstellung von C2C entspricht vielmehr einer Vorstellungswelt, in der wohlhabenede Akademikerkinder (mit politischer Tendenz zu SPD und Grüne) auf der Basis weltweiter Ungerechtigkeit gegenüber der Dritten Welt nun versuchen, die auch dabei entstandene Umweltzerstörung zurückzudrehen, ohne die ihr zu Grunde liegende Ungerechtigkeit beseitigen zu müssen. Dass die Ungerechtigkeit gerade durch von Europa und die USA betriebenen historischen Kolonialismus entstanden und bis heute durch militärische wie wirtschaftliche Erpressung von großen Teilen der Menschheit fortgesetzt wird, lässt eine solche Form ressourcenschonender Ideen aus gerade Deutschland besonders merkwürdig erscheinen. Ein positiver ökologischer Fußabdruck in der Zukunft ist wünschenswert, aber er darf nicht auf dem Rücken der Armen und durch eine Verlängerung von Unterentwicklung in irgendeinem Teil der Erde erreicht werden. Dies würde den Sinn von Umweltschutz und Ressourcenschonung als Erhalt einer dem menschlichen Wohl dienenden Natur ins Gegenteil verkehren.
Mit freundlichen Grüßen
Eric Recke