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Martin Plum
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Frage von Helga B. •

Warum soll der Topf für Psychotherapie gedeckelt werden?

Sehr geehrter Herr Plum,

ich bin Langzeit Patientin und bekomme zurzeit Psychotherpie. Für mich wäre es eine Katastophe wenn die Leistungen gekürzt würden. Ich stelle auch fest, dass die psychiatrische Versorgung beim LVR in Viersen problematisch ist. Ich bin Patientin in der Ambulanz. Meine Ärztin ist bereits im Ruhestand und arbeitet noch 2 Tage. Ein Psychiater ist dauerkrank, eine Psychiaterin geht im Juli in Rente und meine Ärztin soll das an den beiden Tagen auffangen. Bereits jetzt werden keine Neupatienten aufgenommen, da die Bestandspatienten kaum aufzufangen sind. Die Therapiezeiten werden pro Sitzung kürzer. Wo soll das noch hingehen?

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Antwort von CDU

Bislang ist noch keine abschließende Entscheidung getroffen worden, psychotherapeutische Leistungen pauschal zu kürzen. Grundlage der aktuellen Diskussion sind Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit, die Vorschläge zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt hat. Die Bundesregierung hat viele dieser Vorschläge aufgegriffen und einen Gesetzentwurf für eine umfassende Gesundheitsreform beschlossen. Dieser Gesetzentwurf wird nun politisch und parlamentarisch beraten.

Dabei müssen zwei Fragen getrennt betrachtet werden: zum einen die mögliche Wiedereinbeziehung bestimmter psychotherapeutischer Leistungen in budgetäre Vergütungsmechanismen, zum anderen die Frage, ob Zuschläge für Kurzzeittherapien angepasst werden sollen. Gerade bei sensiblen Versorgungsbereichen wie der Psychotherapie darf es nicht allein um kurzfristige Einsparungen gehen. Entscheidend ist, dass Patientinnen und Patienten auch künftig verlässlich Zugang zu notwendiger Behandlung erhalten. Die Finanzkommission Gesundheit weist in ihrem Bericht darauf hin, dass sich der Anteil der Kurzzeittherapien an allen Therapieformen lediglich geringfügig verändert hat – von 49,0 Prozent im Jahr 2018 auf 50,4 Prozent im Jahr 2024. Deshalb ist es berechtigt, zu hinterfragen, ob der entsprechende Zuschlag seine beabsichtigte Wirkung erzielt hat.

Richtig ist zugleich: Die gesetzliche Krankenversicherung steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen: Im kommenden Jahr ist ein Defizit von 15 Mrd. Euro und bis 2030 von bis zu 40 Mrd. Euro auszugleichen. Deshalb besteht politischer Handlungsbedarf, um die Beitragssätze stabil zu halten und die Ausgabendynamik zu begrenzen. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion setzt dabei auf ein umfassendes Konzept: weniger Bürokratie, weniger Doppelstrukturen, bessere Vernetzung, stärkere Prävention und eine effizientere Nutzung der vorhandenen Mittel. Klar ist auch: Im Sinne eines ausgewogenen Maßnahmenpakets werden alle Beteiligten und Leistungsbereiche einen Beitrag leisten müssen.

Ihre Hinweise zur psychiatrischen Versorgung beim LVR in Viersen nehme ich sehr ernst. Die konkrete Situation vor Ort kann ich allerdings nicht abschließend beurteilen. Ihre Schilderung zeigt aber, wie angespannt die Versorgung bereits jetzt ist. Gerade deshalb ist bei den weiteren Beratungen darauf zu achten, dass notwendige Einsparungen nicht zulasten einer ohnehin belasteten psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung gehen.

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